Klasse 8 a des Eschenbacher Gymnasiums setzt Frank Wedekinds "Frühlings Erwachen" um
Drama mit Playmobil und Legosteinen

Deutschunterricht muss nicht langweilig sein. Die Klasse 8 a des Eschenbacher Gymnasiums setzte sich sehr kreativ mit der szenischen Umsetzung eines Dramas auseinander. Bilder: hfz (2)

Eine Woche lang war eine Deutschhausaufgabe das Thema im Klassen-Chat der 8 a des Gymnasiums. Aufgabe war, ein Szenenbild zu einer Textpassage des Dramas "Frühlings Erwachen" zu erstellen. Gemeint war hier nicht ein Aufsatz, sondern eine anschauliche Interpretation des Textes.

Wer nicht zeichnen wollte, konnte sein Bild mit Hilfe von Playmobil oder Lego gestalten. Da 14-Jährige dies aber bereits aus ihrem Zimmer verbannt haben, wurden die weggeräumten Spielzeugkisten hervorgeholt. Nach eigenen Recherchen wurde über WhatsApp nach bestimmten Figuren oder Requisiten gesucht. Es wurde getauscht, diskutiert, improvisiert.

"Frühlings Erwachen - Eine Kindertragödie" hat der Autor Frank Wedekind 1891 verfasst. Bei der Uraufführung 1908 verließen die Zuschauer ohne Applaus den Saal, in weiteren Aufführungen verlangte die Zensur Streichungen und Änderungen. Diese betrafen zum Beispiel die "sprechenden" Namen der vorkommenden Lehrer, die Wedekind als Professor Knochenbruch, Hungergurt, Fliegentod oder Affenschmalz oder Rektor Sonnenstich benannt hat. Wedekinds Drama beruht auch auf seinen eigenen Erfahrungen und Erlebnissen, und die Schule und die Lehrkräfte waren eindeutig mit negativen Erinnerungen verbunden. Worum geht es in dem Drama? Im Mittelpunkt stehen Jugendliche mit ihren Themen: Schule, Hausaufgaben, erste Liebe, Aufklärung, Lehrer, Eltern. Ein Junge begeht Selbstmord, weil der schulische und häusliche Druck zu hoch ist, ein anderer wird der Schule verwiesen und in eine Erziehungsanstalt gebracht, aus der er aber wieder flieht. Ein Mädchen stirbt an den Folgen einer Abtreibung. Wie lässt sich dies szenisch umsetzen? Die Ergebnisse der einzelnen Schülerinnen und Schüler begeisterten nicht nur die Deutschlehrerin, sondern führten zu weiteren Plänen. Nächste Station in der Beschäftigung mit Jugendlichen zu anderen Zeiten oder unter anderen Umständen wird ein Besuch im Schulmuseum in Sulzbach sein.
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