Leiter der Eruopa-Berufsschule Weiden erläutert im Eschenbacher Stadtrat Näheres zur ...
Sechsstellige Kosten

Josef Weilhammer (rechts), der Leiter der Europa-Berufsschule Weiden, und sein Stellvertreter Thomas Neumann erläuterten im Stadtrat Näheres zur angedachten PTA-Schule. Bild: rn

"Eine Schule für Pharmazeutisch-Technische Assistenten wäre eine Bereicherung für die Region. Setzen wir dafür Signale!" Mit diesem Appell wandte sich Josef Weilhammer, der Leiter der Europa-Berufsschule Weiden, am Donnerstag an den Stadtrat. Mit einer PTA-Schule seien allerdings auch räumliche, personelle und finanzielle Vorgaben und Folgen verbunden, räumte er ein.

Bürgermeister Peter Lehr hieß Weilhammer und dessen Stellvertreter Thomas Neumann in der Sitzung willkommen und gab nochmals einen Rückblick: angefangen vom Anstoß in der Bürgermeister-Dienstversammlung über Sondierungsgespräche und Ortstermine bis hin zur Behandlung im Stadtrat.

Lehr verheimlichte nicht, dass aus Sicht der Verwaltung "die Finanzierung einer solchen Einrichtung nur in Kooperation eines Zweckverbandes, zum Beispiel der Landkreise Neustadt und Tirschenreuth und der Stadt Weiden, zu schultern ist". Der Stadtrat habe daher der Bewerbung nur "unter dem Vorbehalt der Kenntnisnahme der Trägerschaft sowie der endgültigen finanziellen Rahmenbedingungen" zugestimmt.

Mit einer Befürchtung leitete Josef Weilhammer seine Ausführungen ein: "Wir verlieren Berufe in der Region." Mit der PTA-Schule könne daher ein Gewinn erzielt werden. Der Leiter der Europa-Berufsschule fasste den Bedarf in Zahlen: 3266 Apotheken in Bayern, davon 60 in der nördlichen Oberpfalz; laut Jobbörse 45 freie Stellen im Umkreis von 100 Kilometern; laut Umfrage bei Apotheken in der Region ein Bedarf von jährlich 15 bis 20 PTA. Angesichts der nächstgelegenen Schulen in Kulmbach, Bamberg, Nürnberg, Regenstauf und Passau sei ihm daran gelegen, "die jungen Damen in der Region zu halten". Als eine soziale Ungerechtigkeit bezeichnete er das Schulgeld von rund 5000 Euro, das die Auszubildenden in zwei Jahren aufzubringen haben. Er machte sich daher für eine Verstaatlichung der PTA-Schule stark.

Weilhammer ging dann auf den Stundenplan mit 17 Fächern ein und legte eine Kostenschätzung für eine zweijährige Vollzeitausbildung vor. Dabei kam er auf insgesamt circa 3648 Unterrichtsstunden im Schuljahr durch vier Lehrkräfte, jeweils zur Hälfte haupt- und nebenamtlich. Sein Rechenmodell ergab damit jährliche Personalkosten von 204 000 Euro, abzüglich des Zuschusses für kommunale Schulen von 50 Prozent von circa 102 000 Euro. Sollte kein Schulgeld erhoben werden, wären diese vom Schulträger aufzubringen.

Der Redner sprach deshalb das Modell "Ausbildungsstipendium" an. Die Gegenleistung der Schüler für die finanzielle Unterstützung durch Apotheken in der Region bestünde darin, während ihrer Ausbildung etwa fünf Stunden pro Woche in einer Apotheke ein Praktikum zu leisten.

Für Klassenzimmer, Lehrerzimmer, Sekretariat und zwei Labore führte er Kosten von mehr als 400 000 Euro auf. Bei einer Bereitstellung von Räumen in Gymnasium und Wirtschaftsschule würden sich diese erheblich reduzieren.
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