Leserbrief
Hubschrauber keine Alternative

Seit der Schließung des Krankenhauses in Eschenbach ist die Notarztbesetzung und der Rettungsdienst Thema im westlichen Landkreis. Bis kurz vor dem Aus des Krankenhauses dementierte die Kliniken AG, diese wichtige Einrichtung dicht zu machen. Als der Schlüssel doch umgedreht wurde, wollten die Versprechungen nicht enden, dass auch ohne das Krankenhaus die Notarztversorgung im westlichen Landkreis gegeben ist. Die Kliniken AG gab ihr Wort und beteuerte immer wieder, hierzu Notärzte abzustellen.

Die AG erwartet ja auch von den Menschen in der Region, das Klinikum bei stationären Aufenthalten in Anspruch zu nehmen. Schon einige Zeit nach der Schließung des Krankenhauses wurde der Notarztdienst unter anderem mit Ärzten aus dem Raum Nürnberg zusätzlich abgedeckt. Sogar Professor Dr. Rupprecht, Chefarzt am Klinikum Fürth, ist als gebürtiger Kirchenthumbacher für seine Heimat da und steht für Notarztdienste zur Verfügung. Trotz aller Bemühungen gab es von 2013 bis 2015 stundenweise Ausfallzeiten, in denen in Eschenbach kein Notarzt präsent war. Der Rettungshubschrauber, der dann bei einem Notfall zum Einsatz kommt, braucht aber in der Regel länger, bis er bei einem Notfallpatienten im westlichen Landkreis ankommt (Landeplatz meist fernab vom Notfallort, warten auf auslaufenden Rotor, zusätzlicher Transport des Notarztes).

Seit dem Rückzug der Kliniken AG vom Notarztdienst sind die regionalen Ärzte besonders gefordert. Hierfür gilt an dieser Stelle ein besonderer Dank. Jeder realistisch denkende Mensch wird aber erkennen, dass dies auf Dauer nicht möglich sein wird. Die in den Praxen wartenden Patienten brauchen ihren Arzt genauso und fordern seine Anwesenheit während der Sprechstunden. Wenn die Kassenärztliche Vereinigung (KVB) mit der Kliniken AG, die diesen Zustand meiner Meinung nach provoziert hat, keine schnelle Einigung findet, werden die Menschen im westlichen Landkreis wieder die Verlierer sein. Schließlich geht es in vielen Fällen um eine schnelle Versorgung, die über Leben und Tod entscheiden kann.

Konrad Merkl,
92690 Pressath

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