Leserbrief
Kaum eine Minute, in der kein Auto fährt

Der Leserbrief eines Grafenwöhrer Stadt- und Kreisrats (erschienen am 9. November), der die Notwendigkeit der geplanten Ortsumgehung Ost in Eschenbach in Frage stellt, hat eine Anliegerin auf den Plan gerufen. Sie schreibt:

Den Leserbrief zum Thema "Ortsumgehung-Ost in Eschenbach" kann ich nicht kommentarlos hinnehmen. Und als Eschenbacherin, seit Geburt in der Grafenwöhrer Straße wohnhaft, weiß ich sehr genau, wovon ich rede.

Wenn jetzt von vermutlich zwei Grundstückseigentümern - im übrigen ist mir kein aktueller Anlieger bekannt, der dies befürwortet - eine erneute Zählung gefordert wird (übrigens die dritte, wiederum Kosten verursachende), so dient dies lediglich dem Zweck, die längst überfällige Baumaßnahme erneut hinauszuzögern. Ich habe mir heute die Mühe gemacht, nur für 15 Minuten die Fahrzeuge zu zählen, die an unserem Grundstück vorbeifahren. Es waren genau 9 schwere Lkw, 7 Busse und 105 Pkw.

Als unmittelbar Betroffene kann ich nur sagen, dass die Fahrerei morgens um 5 Uhr beginnt und bis in die späten Abendstunden andauert. Es vergeht kaum eine Minute, in der kein Auto fährt - ganz zu schweigen vom ständig zunehmenden Schwerverkehr, der eine zusätzliche Lärmbelästigung darstellt. Außerdem befahren täglich über 20 mal Schulbusse die Strecke.

Die Planung dieser Baumaßnahme läuft seit über zehn Jahren. Dass die Kosten mit der Zeit gestiegen sind, versteht sich von selbst. Der Schreiber verschweigt aber wohlweislich, dass die Maßnahme in erheblichem Umfang (mindestens 75 Prozent) bezuschusst wird. Hier von einer "Verschwendung von Steuergeldern" zu sprechen, finde ich schon impertinent.

Laut Berichten des Bundes der Steuerzahler gibt es unzählige Dinge, auf die diese Aussage zutrifft. Mit Sicherheit gilt sie aber nicht für die Ortsumgehung Ost in Eschenbach. Wer bei diesem Verkehrsaufkommen von einer unnötigen Ortsumgehung spricht - noch dazu, wenn deutlich kleinere Ortschaften, zum Beispiel Thomasreuth, umgangen werden -, ist realitätsfremd und ignoriert die Tatsachen.

Würde nur ein einziger Gegner dieser Baumaßnahme in der Grafenwöhrer Straße wohnen, gäbe es diese Diskussion mit 100-prozentiger Sicherheit nicht.

Roswitha Theobald, Eschenbach

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