Maiandacht in der Maria-Hilf-Bergkirche: Plätze reichen nicht aus
"Wallfahrt" zum Marienlob

Maria als Himmelskönigin und als Mittlerin beim Herrn besangen die Nitzlbucher Frauen in ihren Liedern. Aber auch ein "Vaterunser" erklang - mit eingestreuten "Kyrie-eleison"-Rufen. Bilder: rn (3)

Saitenklänge, Akkordeonweisen, meditative Gedanken: Marienlieder und -texte erfüllten die Maria-Hilf-Bergkirche. Kulturbeauftragter Willi Trummer sowie Initiator und Programmgestalter Josef Kämpf hatten zum zweiten Marienlob eingeladen.

Eschenbach. (rn) Der Mai, auch unter der Bezeichnung Wonnemond oder Marienmonat bekannt, hat sowohl im weltlichen, als auch kirchlichen Bereich einen besonderen Stellenwert im Jahreslauf: Das Maibaumfest auf dem Stadtplatz ist stets der Beginn der Freiluftfestlichkeiten, und in den Pfarreien ist der fünfte Monat im julianischen Kalender durch Maiandachten gekennzeichnet.

In der Rußweiherstadt hob sich die letzte Maiandacht 2016 deutlich von den vorangegangenen ab. Und die Resonanz auf die in einem weiten Umkreis als Marienlob angekündigte Veranstaltung glich einer Wallfahrt: Die Plätze in den Bänken und auf der Orgelempore reichten nicht aus. Es mussten weitere Sitzgelegenheiten geschaffen werden.

Alpenländisches Musizieren


Bereits der Auftakt durch die Saitenmusik Vierstädtedreieck ließ erahnen, dass das einstündige Programm nichts mit einer reinen Abfolge von Marienliedern zu tun haben wird: Der sehr getragen wirkende "Pinzgauer" erinnerte vielmehr an alpenländisches Musizieren. Pfarrer Thomas Jeschner hieß daher "Musikfreunde und Freunde Mariens" willkommen und dankte den Mitwirkenden für ihr Engagement. Und über allem thronte das Altarbild mit Maria und dem Jesuskind. Maria blieb als Maienkönigin auch stets Mittelpunkt des Geschehens. Die Klangfülle der Saitenmusik kam im Kirchenraum voll zum Tragen. Ihr "Stub'n Steyrischer" animierte zum Baumeln-lassen von Seele und Gemüt, das "Marien-Stückl" schuf heimelige Stubnmusi-Atmosphäre.

Die Nitzlbucher Frauen besangen Maria als Mittlerin beim Herrn, bescheinigten ihr im "Güldnen Rosenkranz" königlichen Stand, lobpriesen sie als Himmelskönigin und baten um Schutz von Familien und Freunden. Das "Vaterunser" sangen sie mit zahlreichen eingestreuten Kyrie-Eleison-Variationen. Auch die "Staade Weis", die Hermann Schreml mit dem Akkordeon erklingen ließ, bereicherte das Geschehen im Altarraum, seine "Maiandacht" mit der Steirischen glich einem abwechslungsreichen Weg zu einer Andacht in der Natur. Und sein "Lass da Zeit" war ein Aufruf zur Entschleunigung.

Verbindende Texte


Josef Kämpf begeistert sein Publikum nicht nur in geselliger Runde. Zu Gitarrenbegleitung besang er Maria als Maienkönigin, rief dazu auf, ihr im Lebenskampf Vertrauen zu schenken, und erbat ihre Stärkung, "wenn dein Sohn das letzte Urteil spricht". Mit einem Danklied wandte er sich an die Gottesmutter, "dass ich all meine Sorgen auf dich werfen kann".

Zwischen den Musikstücken trug Regina Lober verbindende meditative Texte vor. Die Saitenmusik und Akkordeonspieler Hermann Schreml begleiteten den abschließenden Volksgesang "Segne du, Maria". Stehend spendeten die Zuhörer zum Abschluss langanhaltenden Applaus.
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Evelin Lehnert aus Brand | 02.06.2016 | 17:08  
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