Martin Gottsche legt bei Besichtigungstour des Stadtrats Bilanz 2016 für den Stadwald vor
Adler-Webcam ein Riesenerfolg

Der Waldwagen des städtischen Kindergartens ist begehrt: Auch umliegende Kindertagesstätten haben bereits wegen einer Nutzung bei Förster Martin Gottsche angefragt. Bild: rn

"Stadtwald Eschenbach - ein Jahresrückblick": Unter dieses Motto stellte Martin Gottsche die Abschlussbesprechung bei der Besichtigungstour des Stadtrats. Dazu ging's nach drinnen: in den Sozialraum der städtischen Kläranlage.

Den Auftakt seiner Bilderreise machte das Bergwaldprojekt, bei dem Waldjugend und Stadträte den Stadtwald um "mehrere 1000 Pflanzen" bereicherten. Es folgten die Verleihung des Staatspreises für "Vorbildliche Waldbewirtschaftung" und das Anbringen einer über den Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald geförderten Webcam am Fischadlerhorst.

Die Aktion sei ein voller Erfolg, freute sich der Revierförster. Die Webcam habe nicht nur bei Ornithologen und Naturfreunden für Furore gesorgt, sondern auch einen großen Marketingeffekt nach sich gezogen. Gottsche berichtete von Besuchern mit "Extraurlaub", mehr als 65 000 Klicks auf der Homepage der Stadt und E-Mails aus Kindergärten bis aus München. Den für die Anlage zuständigen Kräften, Elmar Pöpperl und der Firma Wohlrab, bescheinigte er Herzblut.

Was den Waldwagen für den Kindergarten betrifft, so verwies der Forstmann auf eine Menge von Auflagen seitens des Jugendamts und des Landratsamts. Das vom Naturpark geförderte Domizil in der freien Natur musste sogar einen zweiten Fluchtweg erhalten. "Für die Benutzung liegen bereits Anfragen umliegender Kindergärten vor", teilte Gottsche mit. Fortschritte vermeldete er für den "Friedwald", mit dessen Einrichtung sich der Stadtrat bereits vor drei Jahren befasst hat. Der Revierförster kündigte einen baldigen Plan des Architekturbüros Fötsch an.

Geringerer Holzeinschlag


Außerdem wartete er mit konkreten Zahlen zur kommunalen Waldbewirtschaftung auf. "Statt der Vorgabe von 2600 Festmetern betrug der Holzeinschlag nur 2097 Festmeter", informierte er. Er begründete diese mit dem Bürgermeister abgesprochene Minderung mit den zurückgegangenen Holzpreisen. Den Ertrag aus der Waldbewirtschaftung bezifferte er mit 44 000 Euro. Um den Wald zukunftsfähig zu erhalten, wurden 22 000 Setzlinge gepflanzt. Gottsche berichtete von einer geförderten Pflegefläche von 19 Hektar.

Seine Vorschau auf die Projekte 2017 war vielfältig. Mit sichtlichem Wohlwollen vernahm das Gremium seine Ankündigungen zu den Vorhaben im Hexenhäusl: größerer Bildschirm für die Adler-Webcam, Präparate eines Fisch- und eines Seeadlers für die Ausstellungsetage.

Ihre Ohren spitzten die Stadträte, als sie von einem Ministerratsentschluss erfuhren, nach dem zur Personaleinsparung die Betriebsführung kommunaler Waldflächen durch Forstbeamte nur noch bis 2025 möglich ist. Ausnahmen soll es nur für die Bereiche Erholung und Naturschutz geben. "Wir würden etwas verlieren", kommentierte Reinhard Wiesent das Vorhaben des Freistaats. Er hob das persönliche Engagement des Revierförsters für städtische Flächen hervor. Für die Dezember-Sitzung des Stadtrats kündigte der Forstmann einen "umsetzbaren Vorschlag" für einen Waldkindergarten an.

Heizwerk Eschenbach


Bereits bei den kürzlichen Gebietsversammlungen der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) kam ein "Heizwerk Eschenbach" zur Sprache. Unter Hinweis auf die Käferproblematik in den Wäldern hielt Gottsche eine derartige Einrichtung für "dringend erforderlich". Denn es fehle an Abnehmern, um die anfallenden Holzmengen sinnvoll zu vermarkten. "Wir dürfen das Holz nicht im Wald vergammeln lassen", appellierte er. "Die Entscheidung über ein Heizwerk Eschenbach fällt noch in diesem Jahr", verkündete FGB-Geschäftsführer Reinhard Wiesent.

Einer Laudatio glichen die abschließenden Bemerkungen von Bürgermeister Peter Lehr: "Martin Gottsche ist Motor und Ideengeber für Stadtwald und Naturschutzgebiet. Seine Erfolge sind erkennbar. Es macht Spaß, mit ihm zusammenzuarbeiten und seine Ideen umzusetzen." Lehr räumte ein, dass ohne die Förderung durch den Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald vieles nicht möglich wäre.
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