Neujahrsempfang der Eschenbacher CSU
Hassparolen der falsche Weg

 

Partygebäck, Orangensaft mit Sekt oder doch ein Bier? Dazu einige perlende musikalische Spritzer, zwei Ansprachen und ein befruchtender Gedankenaustausch: Der Neujahrsempfang der Eschenbacher CSU hat ein festes Ritual und eine gute Tradition.

Ein Plädoyer für Gemeinsinn und Mitmenschlichkeit, ein prüfender Blick auf die Flüchtlingssituation, eine positive Rückschau und ein zuversichtlicher Ausblick: All das war bei der Veranstaltung in der Aula der Grund- und Mittelschule geboten.

Getreu dem Motto "Red's halt miteinander" entwickelte sich ein Austausch zwischen den gut gelaunten Besuchern, unter ihnen Stadtpfarrer Thomas Jeschner und eine starke Präsenz kommunaler Vertreter. Angeführt wurde diese von Landrat Andreas Meier sowie den Bürgermeistern Peter Lehr, Edgar Knobloch, Wolfgang Haberberger, Albert Nickl und Carmen Pepiuk. Die offene Einladung hatte Bürgerschaft, Ehrenamtlichen, Unternehmern, Kirchen, Kommunalpolitikern und Behördenvertretern gegolten.

Vertrauen schaffen


Seit mehr als 30 Jahren richtet der CSU-Ortsverband dieses Neujahrstreffen für das Gebiet des Altlandkreises aus. Aber sind die Empfänge heute noch zeitgemäß? CSU-Ortsvorsitzende Dr. Sabine Schultes findet schon. Das Treffen von Mensch zu Mensch, von Bürger zu Bürger, von Vertretern der Wirtschaft, der Politik, der Kirchen und der Vereine schaffe Vertrauen und vermittle die Botschaft der Zusammengehörigkeit.

Und doch stand am Sonntagvormittag ein bundespolitisches, ja internationales Thema im Fokus der Diskussion. Dr. Sabine Schultes und Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht als Gastredner (siehe Infokasten) widmeten sich in ihren Reden besonders der Flüchtlingssituation und den damit zusammenhängenden Belastungs-Szenarien. Schultes sah nach Blicken auf den weltweiten Terror und einer Analyse der Fluchtursachen auch Gefahren für die innere Sicherheit gegeben. Deshalb aber Hassparolen zu schüren, sei der falsche Weg, erklärte die CSU-Ortsvorsitzende.

Bedingung für Integration


Sie zeigte sich optimistisch, den Flüchtlingsstrom zu bewältigen. "Wir haben nach dem Zweiten Weltkrieg eine viel größere Völkerwanderung gemeistert, und das in allgemeiner Not", betonte sie und forderte von der Gesellschaft ein "offenes Weltbild" und von den Asylbewerbern, die Wertvorstellungen des Gastlandes zu akzeptieren. Nur unter dieser Bedingung könne Integration gelingen.

Die weiteren Ausführungen der Eschenbacher CSUlerin galten der großen Politik: von der Einführung der Mütterrente bis zur Beibehaltung des Betreuungsgeldes. Zu den Lichtblicken in der Rußweiherstadt zählte Schultes die Eröffnung des Mehrgenerationen-Parks und den Ausbau der Oberen Zinkenbaumstraße.

Offen und leutselig war nach dem offiziellen Teil die Unterhaltung der Gäste. Das Blechbläserquintett der Musikschule im Vierstädtedreieck unter Leitung von René Bauer bildete dazu die ideale musikalische Begleitung.

Flüchtlingsstrom: Albert Rupprechts Botschaft"Die Flüchtlingssituation wird uns länger beschäftigen." Davon ist auch Albert Rupprecht, der Stimmkreisabgeordnete der CSU im Bundestag, überzeugt. Das Thema sorgte denn auch beim Neujahrsempfang für reichlich Gesprächsstoff. Die Botschaft lautete: "Das Hoffnungsland Deutschland hat die Kraft, die Krise zu bewältigen."

Albert Rupprecht hob zudem hervor: "Die Flüchtlingsfrage ist weit mehr als eine finanzielle Frage." Sie bewege die Menschen, weil Werte wie Fleiß, Leistung und Verantwortung im Feuer stünden. Er warnte vor einer Entwicklung, bei der sich am Ende der Einheimische fremd im eigenen Land fühlen müsse.

Ein Meinungsstreit zu diesem Thema sei erlaubt, sagte Rupprecht: etwa über die Festlegung von Obergrenzen für den Flüchtlingsstrom, die Notwendigkeit, Asylbewerber schon an den Außengrenzen zurückzuweisen und von Migranten mit vorläufigem Bleiberecht eine Akzeptanz deutscher Spielregeln zu verlangen.

Dem folgte eine abschließende Betrachtung der EU-Solidarität. "Da ist gnadenloser Realismus gefragt", urteilte der CSUler mit Blick auf die unterschiedlichen Interessen der EU-Staaten. Ein Deutschland außerhalb einer europäischen Gemeinschaft sei heutzutage unvorstellbar. "Wir dürfen heilfroh sein, trotz mühseliger Arbeit und zäher Kompromisse in dieser Staatengemeinschaft zu leben", betonte der Abgeordnete.

Er schloss mit dem Appell, die Welt für die Menschen tagtäglich ein Stück besser zu machen. Kein Land biete dazu bessere Chancen als das offene und hilfsbereite Deutschland. Eine tragende Rolle komme dabei der Fürsorge und dem Gemeinsinn der Ehrenamtlichen zu. (do)


Loblied auf OberpfalzMit seinem "Ja" zum Jahr 2016 verband CSU-Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht zunächst eine Würdigung für die gute Entwicklung der Region. Der Parlamentarier sprach unter anderem das dynamische Engagement der US Army an und traf trotz des bitteren Endes des Krankenhauses Eschenbach eine zuversichtliche Bewertung der Gesundheitsversorgung. Besonders den Erhalt des Notarztstandortes in der Rußweiherstadt wertete er als Ausrufezeichen. Es folgte ein Loblied auf die innovative Kraft der Oberpfalz und das Besinnen auf die eigene Stärke. (do)
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