Offene Ganztagsschule: Architekt stellt Pläne zur Umgestaltung des Kellergeschosses unter der ...
Platz für 50 Kinder schaffen

Mensa und Hausaufgabenraum statt Maschinenraum: Architekt Günther Lenk (rechts) stellte Bürgermeister Peter Lehr (Dritter von rechts) und den Stadträten unter der Turnhalle der Markus-Gottwalt-Schule seinen Plan zur Umgestaltung des Kellergeschosses in Räume für eine Offene Ganztagsschule vor. Auch ein zweiter Hausaufgabenraum sowie Küche, Toiletten und kleinere Nebenräume sollen dort entstehen. Bild: rn

Wieder ging es um die Einrichtung einer Offenen Ganztagsschule, wieder war Hausmeister Udo Drechsler der Führer, wieder sahen sich Bürgervertreter im Kellergeschoß unter der Turnhalle der Markus-Gottwalt-Schule um. Diesmal allerdings handelte es sich - im Gegensatz zum jüngsten Rundgang - um alle Stadträte: auch die der CSU/ÜCW-Fraktion.

Bürgermeister Peter Lehr ging dabei in Sachen Offene Ganztagsschule auf Zusammenhänge ein, "die man verstehen muss - wenn man das will -, um zu erkennen, dass gewisse Abläufe ihre Zeit brauchen". Im Frühjahr 2015 habe die Regierung der Oberpfalz Schulen ausgewählt, die bei einem Modellversuch diese Form der Betreuung von Schülern erproben sollten. Im westlichen Landkreis seien dies Pressath und Vorbach. Da der Modellversuch über ein Schuljahr laufe, sei dieser derzeit nicht beendet.

Richtlinien im Internet


Zum Monatswechsel Februar/März seien auf der Homepage des Staatsministeriums Unterlagen zur Umsetzung der Offenen Ganztagsschule veröffentlicht worden. Nach diesen Richtlinien könnten sich fürs Schuljahr 2016/2017 ausgewählte Schulen um eine Offenen Ganztagsschule - Klassen eins bis vier - bewerben.

Hausmeister Udo Drechsler führte die Stadträte dann durch die dafür vorgesehenen Räume. Der Bürgermeister verwies dabei auf Vorgaben der Regierung, wonach sich die Räume in unmittelbarer Nähe der Schule befinden müssen. Da die Umnutzung des Kellergeschosses der Turnhalle bereits seit rund 15 Jahren im Gespräch sei, habe die Kommune den alten Plan aufgegriffen und den jetzigen Erfordernissen angepasst.

Die Ideen zur Umgestaltung stellte Architekt Günter Lenk vor. Der Umbau sollte ohne Eingriffe in die Statik erfolgen und ausreichend Platz für 50 Kinder schaffen. Den bisherigen Maschinenraum wertete er als geeignet für die Mensa und auch als Hausaufgabenraum. Jenseits des großen Zentralraumes, der bereits über eine neue Fensterfront und eine Türe zum Pausenhof der Schule verfügt, hat er einen zweiten Hausaufgabenraum vorgesehen.

Eine knappe halbe Million


Seitliche Flächen reichen aus für Küche, Toiletten und kleine Nebenräume. Für Unterrichts-Fahrräder und sonstige Gerätschaften des Hausmeisters hält Lenk zwei Fertiggaragen im Außenbereich für erforderlich. Seine Hochrechnung der Gesamtkosten ergab 470 000 Euro.

Ergänzend dazu stellte der Bürgermeister den zeitlichen Plan vor: Gespräch bei der Regierung, Stadtratsbeschluss vor der Sommerpause, bis November Abgabe der Förderunterlagen, im Winter Ausschreibung und Vergabe der Arbeiten. "Die Räume werden dann zu Beginn des Schuljahres 2017/2018 einsatzbereit sein", erklärte Lehr. Angesichts der Stromkosten von jährlich 12 000 Euro regte er eine Photovoltaikanlage zur Eigenstromversorgung auf dem Dach der Turnhalle an.

Widerspruch "in aller Deutlichkeit"Die Vorwürfe "Bremser" und "zögerliches Verhalten der Stadtregierung", die CSU/ÜCW-Fraktionssprecher Marcus Gradl in der Jahreshauptversammlung des CSU-Ortsverbands erhob (wir berichteten am 21. April), will Bürgermeister Peter Lehr "nicht im Raum stehen lassen". Beim Ortstermin des Stadtrats in der Markus-Gottwalt-Schule verwies er auf Vorgaben der Regierung und auf die Anstrengungen der vergangenen Jahre.

Dabei zählte Lehr mehrere Maßnahmen in der Kindertagesstätte auf, wie den mehrmaligen Umbau in zwei Krippen- und vier Regelgruppen, die Modernisierung von Spielgeräten und Außenanlagen sowie die Einstellung von Fachkräften für Musik und Sprachförderung. Als Investitionen in der Markus-Gottwalt-Schule nannte er unter anderem Energiesparmaßnahmen, Sanierung der WC-Anlagen und Überdachung des Eingangsbereiches.

Aufgrund dessen und auch angesichts des vorgesehenen Umbaus von Räumen unter der Turnhalle widerspreche er "in aller Deutlichkeit" dem CSU/ÜCW-Vorwurf, "der Bürgermeister möchte immer nur abwarten statt zu handeln". (rn)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.