Ornithologe Dr. Daniel Schmidt-Rothmund informiert im Hexenhäusl über die Fischadler im ...
Großer Rußweiher eine „sichere Heimat“

Dr. Daniel Schmidt-Rothmund ist für das Fischadler-Management im Bezirk Oberpfalz zuständig - also auch für den Horst am Großen Rußweiher. Bild: rn

Als "eine große Besonderheit, ein Juwel" bezeichnete Dr. Daniel Schmidt-Rothmund bei der offiziellen Übergabe der Fischadler-Webcam im Hexenhäusl (wir berichteten) die Fischadler, die im Naturschutzgebiet Großer Rußweiher heimisch geworden sind. Der Ornithologe vom Vogelschutzzentrum Mössingen des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) stellte dem großen Kreis von Ehrengästen den Fischadler als "echten Kosmopoliten" vor, der sowohl in Wäldern als auch in Küstengebieten brütet.

"In Deutschland fiel der Fischadler der allgemeinen Verfolgungswelle von Greifvögeln und anderen Beutegreifern vor 100 bis 200 Jahren zum Opfer", stellte der Diplom-Biologe fest: Ursprünglich hätten Fischadler an allen größeren Gewässern in Bayern gebrütet. 1992 habe die erste gesicherte Wiederansiedlung im Freistaat begonnen. Er selbst sei vor 20 Jahren "wegen einer großen Besonderheit in die Oberpfalz gelockt" und bald darauf von der Bezirksregierung beauftragt worden, das Fischadler-Management zu organisieren.

17 Jungvögel


In den Fischadlern sieht er eine der Tierarten, "die mit dem modernen Menschen gut zurechtkommen - wenn man sie nur lässt". Beste Voraussetzungen dafür biete das Naturschutzgebiet Großer Rußweiher, in dem 2008 zum ersten Mal ein brütendes Pärchen über die Nummer seines "Personalausweises" identifiziert wurde. "Seither wird ununterbrochen gebrütet", freute sich Schmidt-Rothmund. Er berichtete von insgesamt 17 Jungvögeln in den Jahren 2009 bis 2015. Bis zum vergangenen Jahr habe das in Meißen beringte Weibchen ein Partner ohne Ring begleitet. Das diesjährige Männchen sei 2010 im Hessenreuther Wald beringt worden.

Begleitet von Horst-Aufnahmen der Webcam berichtete der Ornithologe von drei Eiablagen, die am 2., 4. und 8. April entdeckt wurden. "Bei einer Brutdauer von 38 bis 40 Tagen können wir von einem Schlupf noch vor Pfingsten ausgehen." Die Beringung der Jungvögel kündigte er für Anfang Juni an. Zugleich zeigte er sich zuversichtlich, dass der Eschenbacher Horst auf lange Sicht eine "sichere Heimat" bleiben werde.

Infotafel am Damm


Bürgermeister Peter Lehr stellte eine Informationstafel vor, die ihren Platz am Obersee-Damm finden wird. Auf ihr werden der "König der Lüfte" beschrieben und über die Entwicklung der Population informiert. Revierförster Martin Gottsche, der die Fischadler seit ihrem ersten "Einschweben" begleitet, wünschte "viel Glück beim Adler-Schauen".
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