Otmar Buchmann geht in Ruhestand
Abschied ohne Tränen

Otmar Buchmann. Bild: rn

An der Markus-Gottwalt-Schule wechseln die Zeiten. Rektor Otmar Buchmann geht in Ruhestand - ohne Groll - und wie er hofft, auch ohne allzu großen Aufhebens um seine Person.

Otmar Buchmann geht - und beide Augen lachen: "Das eine, weil ich ein schönes und erfülltes Berufsleben hatte. Das andere, weil ich mich auf den Ruhestand freue." Dieser Ruhestand beginnt für den Rektor der Markus-Gottwalt-Schule am Montag, die Schule verabschiedet ihn offiziell am heutigen Mittwoch. Der Kirchenthumbacher hofft auf eine dezente Feier, sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen, ist nicht sein Ding.

Das war schon so, als er 1975 den Dienst an der Hauptschule in Eschenbach antrat. Dem Standort blieb der heute 65-Jährige relativ treu. Seine Eschenbacher Zeit unterbrach nur ein 20-jähriges Heimspiel, ab 1980 unterrichtete er in Kirchenthumbach. Im Jahr 2000 kehrte er als Konrektor nach Eschenbach zurück. 2007 übernahm er den Rektorposten von Rainer Wagner. Nun macht er selbst den Chefsessel frei.

Angst um seine Eschenbacher Schule und die Mittelschule an sich habe er nicht, sagt Buchmann. Es gebe nun mal Kinder, die sich schwerer tun, für die Gymnasium oder Realschule nicht der richtige Ort sind. Es wäre der falsche Weg, diese durchs Raster fallen zu lassen, für sie sind Haupt- oder Mittelschule richtig. Buchmann glaubt zudem, dass auch die Betriebe in der Region bemerkt haben, dass die Mittel-, keine Restschulen sind. "Wir haben tolle Absolventen hervorgebracht, die heute studieren, die Meisterprüfungen absolviert haben und in ihren Betrieben Führungsposten bekleiden."

Verändert wie die öffentliche Wahrnehmung, habe sich aber auch die Schule selbst - und zwar zum Besseren, wie Buchmann überzeugt ist. Er denkt an die technische Entwicklung und die Zeit, als er in der damaligen Pilotschule in Kirchenthumbach dabei war, als bereits Anfang der 1980er Jahre Computer Enzug hielten. Verändert habe sich aber die "ganze Lernlandschaft". Damit meint der scheidende Rektor, dass sich alle Beteiligten einbringen und dabei das Wohl der Schüler im Blick haben: Eltern, Schule, Schulamt. "Dabei begegnen sich alle auf Augenhöhe. Das habe ich zu Beginn meiner Berufslaufbahn anders wahrgenommen", sagt Buchmann.

Positiv bewertet er auch die Zusammenarbeit im Schulverbund des Vierstädtedreiecks, den er als Koordinator mitgestaltet und geleitet hat. Die Zusammenarbeit der Schulleiter sei positiv gewesen. Ob dieses Modell die Standorte dauerhaft sichern wird, dazu möchte Buchmann allerdings keine Prognose abgeben. "Das hänge von der Entwicklung der Schülerzahlen ab und bleibt letztlich eine politische Entscheidung." Die Markus-Gottwalt-Schule selbst müsse sich in den nächsten Jahren vor allem darum kümmern, das Angebot für Ganztagsbetreuung auszubauen. "Die Nachfrage danach ist sehr groß." In der Schule laufen bereits Planungen für entsprechende Umbaumaßnahmen am Gebäude. "Die Stadt Eschenbach ist hier sehr aufgeschlossen."

Buchmann selbst hat mit dieser Umgestaltung künftig nichts mehr zu tun. Angst vorm Ruhestand und einem Loch, in das er fallen könnte, habe er nicht. Er freue sich darauf, mehr Zeit für sein Hobby - die Fotografie - zu haben. Dazu komme das Haus in Kirchenthumbach, das ihn beschäftigen wird. Und da ist vor allem die Familie mit Frau, Tochter, Sohn und den Enkeln. Vor allem die dürfen sich künftig auf mehr gemeinsame Zeit mit dem Opa freuen.
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