Peter Sirtl berichtet aus Simbach
Tagesfahrt ins Grauen

Noch immer schockieren Bilder der Zerstörung im niederbayerischen Simbach. Hilfe aus Weiden war hochwillkommen. Bild: hfz

Zwei Wochen nach der Flutkatastrophe herrscht in Simbach noch Ausnahmezustand. Für etwas Hilfe sorgt der BRK-Kreisverband Weiden. Unter den Helfer in Niederbayern war auch der Pressather Peter Sirtl.

/Pressath. Der Kreisvorsitzende der Wasserwacht und hauptamtliche technische Leiter des BRK-Kreisverbands hat schon viel gesehen, und doch habe ihn der Anblick in Simbach zunächst geschockt, gibt Sirtl zu.

Herr Sirtl, wie sind Sie dazu gekommen, in Simbach zu helfen?

Peter Sirtl : Innerhalb des Bayerischen Roten Kreuzes gab es einen Aufruf: "Kollegen helfen Kollegen". Dem sind wir gerne gefolgt. In Simbach sind 36 Rot-Kreuz-Mitarbeiter von den Folgen der Überschwemmungen betroffen. Hier vom Kreisverband haben sich mit mir acht Kollegen angeschlossen. Darunter waren auch Kreisgeschäftsführer Franz Rath, Stellvertreterin Edeltraud Sperber. Wir haben alle einen Tag Urlaub genommen, um mit anzupacken.

Wie war Ihr Einsatz vor Ort koordiniert? Wie lief der Einsatz ab? Was waren Ihre Tätigkeiten?

Um 5 Uhr sind wir in Weiden gestartet. In Simbach war im Bauhof die Koordinierungsstelle, bei der sich Hilfesuchende melden konnten. Von da aus wurden wir an die verschiedenen Häuser vermittelt. Das war super organisiert. Zwei Kolleginnen blieben gleich in der Koordinierungsstelle und übernahmen dort ihre Aufgaben. Die anderen haben Putz abgeklopft, damit das Mauerwerk trocknen kann, Häuser leergeräumt, eben angepackt, wo Hilfe nötig war. Um 21 Uhr sind wir wieder nach Hause gekommen.

Wie bewerten Sie den Einsatz im Nachhinein?

Für uns alle war es extrem schockierend. Das Ausmaß der Zerstörung war immer noch so groß, das hätten wir uns niemals vorstellen können. Andere Helfer mit mehr Erfahrung haben uns berichtet, dass es Simbach von allen Gemeinden am härtesten erwischt hat. Die Leute dort sind wirklich traumatisiert. Das muss man sich mal vorstellen: In dem kleinen Städtchen müssen wahrscheinlich 500 Gebäude abgerissen werden.
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