Pfarrer Helmut Süß interpretiert mit Senioren christliche Bilder
Auf Füße der Menschen achten

"Die staubigen Füße muss man reinigen, ehe man sich zum Mahl lagert. Das war stets die Arbeit der Diener", sagte Pfarrer Helmut Süß zu dem Bild über die Fußwaschung. Bild: rn

In die Zeit vor 2000 Jahren, als Jesus seinen Jüngern die Füße wusch, entführte Ruhestandspfarrer Helmut Süß die Besucher beim Seniorenclub. Als Anschauungsmaterial diente ihm das Bild "Fußwaschung" von Sieger Köder, das Jesus, Petrus, eine gefüllte Wasserschüssel und einen Tisch mit Brot und Wein zeigt.

Süß beschrieb die Fußwaschung als übliche Handlung vor einem orientalischen Mahl: "Die staubigen Füße muss man reinigen, ehe man sich zum Mahl lagert. Das war stets die Arbeit der Diener." Der Geistliche interpretierte Haltung und Gesten der gezeigten Personen. Dem Maler schrieb er die Absicht zu, darzustellen, wie sehr Jesus in diesem Dienst aufgeht.

Er stellte eine Verbindung zu Papst Franziskus her, der seiner Kirche als einer vorangeht, der dient. Im Abendmahl sah Süß die Liebe des Herrn zu den Seinen. Denn miteinander essen heiße für ihn Liebe teilen, Freundschaft und Gemeinschaft. Es bringe aber auch zum Ausdruck: "Das ist mein Leib, eine Hingabe, vollendet im Tod am Kreuz." Den Grundauftrag vom Abendmahlssaal vermittelte der Pfarrer seinen Zuhörern mit den Worten: "Ich bin unter euch wie einer, der dient." Der Aufruf zum Ende eines lateinischen Gottesdienstes "Ite, missa est" (Geht, ihr seid gesendet) bedeutete für ihn den Aufruf zum "Weitergeben, was wir empfangen haben". "Wenn nach der Messe alles beim Alten bliebe und sich nichts ändern würde, dann wäre das Beispiel Jesu vom Abendmahlsaal vergeblich gewesen", gab er den Senioren zu bedenken.

Er rief sie dazu auf, wach zu sein für Zeichen und Situationen zum Dienen und zur "Fußwaschung im Sinne Jesu". Die Suche nach dem Gesicht Jesu auf dem Bild - es war nur als Spiegelbild im Wasser der Schüssel erkennbar - verband Süß mit dem Aufruf: "Wenn wir Christen auf der Suche sind nach dem Antlitz Christi in der Welt, dann müssen wir auf die Füße unserer Mitmenschen schauen, das heißt, auf Armut und Bedürftigkeit."
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