Polizistin weist Fünftklässler auf Folgen von Cyber-Mobbing und Hilfen hin
Gegen Tastatur-Kriminelle wehren

So individuell Fünftklässler sein mögen, zwei Produkte vereinen sie: Internet und Handy. Doch die vielen Mitteilungsmöglichkeiten bergen auch Risiken. Kriminalhauptkommissarin Stefanie Carrera informierte die Gymnasiasten an drei Nachmittagen über die Gefahren des Cyber-Mobbing. Bild: do

Einige Opfer fühlen sich hilflos, andere müssen medizinisch betreut werden: Jeder zweite Jugendliche ist laut Studien schon einmal im Internet oder über das Smartphone gemobbt worden. Eine Expertin der Polizei klärte deshalb die Fünftklässler des Gymnasiums über Cyber-Mobbing auf.

Schon frühzeitig diese Gefahr zu bannen und Abwehrmöglichkeiten an die Hand zu geben, war das Anliegen von Schulleiter Dr. Knut Thielsen und von Unterstufenbetreuerin Susanne Vonhoff. Bei einem kindgerechten Workshop brachte Kriminalhauptkommissarin Stefanie Carrera von der Polizeiinspektion Weiden an drei Nachmittagen den Schülern der drei fünften Klassen die Risiken und Folgen von Cyber-Mobbing näher.

Beleidigungen, Gerüchte streuen, peinliche Bilder verbreiten: Carrera berichtete von der zunehmenden Gefahr, in Form verbaler oder physischer Gewalt Personen auszugrenzen oder Mitschüler "fertig zu machen". Mobbing könne Leben zerstören, stellte die Expertin klar. Ein Kurzfilm zeigte den Schülern die Entwicklung und die Folgen dieser Verletzung der Persönlichkeitsrechte auf.

Beim Kurznachrichtendienst "WhatsApp" gebe es laut der Fachberaterin für verhaltensorientierte Prävention Aufklärungsbedarf. Viele Kinder und Jugendliche fänden es lustig, Fotos von Klassenkameraden zu machen und diese in Chats zu verbreiten. Doch dabei könne es schnell zu rechtlichen Konflikten kommen, wenn die fotografierte Person nicht einverstanden sei.

Kindgerecht und interaktiv stellte die Kriminalhauptkommissarin mit vielen Beispielen vor, wie Cyber-Mobbing über die Internet- und Handy-Nutzung Verbreitung findet. Mit einer Ideensammlung kreierten Carrera und die cirka 100 Fünftklässler Hilfestellungen. In Rollenspielen versetzten sich die Heranwachsenden in die Lage von Tätern und Opfern. Die Kinder waren hin- und hergerissen zwischen Betroffenheit und aktiver Mitarbeit.

Abschließend wurden Strategien zur Prävention und zur Bekämpfung von Gewalttaten im virtuellen Bereich erarbeitet. Stefanie Carrera empfahl den Kindern, den fiesen Methoden der Tastatur-Kriminellen entschieden entgegenzutreten und Gegenposition zu beziehen. Den Betroffenen galt der Rat, Hilfe bei Eltern, Lehrern oder auch bei der Polizei und Beratungsstellen zu holen.
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