Praxistag des Bildungsprogramm Wald 2016 im Eschenbacher Stadtwald
Den Wald kennenlernen

"Ein solides forstliches Grundwissen ist ein wichtiger Schlüssel für eine erfolgreiche Waldbewirtschaftung." Unter diesem Leitgedanken ging das neuntägige Bildungsprogramm Wald 2016 ("Biwa") des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zu Ende. Den Teilnehmern wurde dabei der vielseitige Bereich effektiver und sinnvoller Waldbewirtschaftung näher gebracht.

Am Amtssitz Weiden befassten sich Referenten mit Baumarten, Bestandsgründung und Förderung, Forsttechnik, Walderschließung, Energieholznutzung, Pflege von Waldbeständen, Waldbewirtschaftung und Naturschutz ebenso wie mit Holzernte, Holzvermarktung, Waldschutz und Rechtsgrundlagen für den Waldbesitzer.

Motorsägen-Kurs


Eingebunden in das Bildungsprogramm war ein zweitägiger Grundkurs "Sichere Waldwirtschaft mit der Motorsäge". Die Abschlussveranstaltung bildete ein Praxistag mit den Revierförstern Martin Gottsche und Sebastian Höllerer. Gottsche, der für den etwa 500 Hektar großen Waldbestand der Stadt Eschenbach zuständig ist, hatte Vorzeigeobjekte für die abschließende Stationsausbildung ausgesucht, die praxisbezogene Erkenntnisse vermittelten.

Bevor sich die Kursteilnehmer in zwei Gruppen "ins Holz" begaben, begründete Gottsche die Notwendigkeit der Biwa-Kurse mit Sturm- und Käferschäden. Der Klimawandel verstärke diesen Prozess, der gesamte Forstsektor sei im Wandel. Diesen Herausforderungen könne nur mit umfassenden Informationen entgegengetreten werden. Beim "Biwa" würden daher nicht nur die technischen Aspekte der Waldbewirtschaftung geboten, vielmehr werde auch Wert auf ökologische und rechtliche Gesichtspunkte gelegt.

Die Wahl des Eschenbacher Stadtwaldes für den Praxistag war zugleich Werbung für die Stadt. Sie hatte im November 2015 in der Münchener Residenz den Staatspreis für vorbildliche Waldbewirtschaftung erhalten. Die Exkursion wurde daher zu einer inhaltsvollen Stationsausbildung mit den Bereichen Pflanzen, Jungwaldpflege, Erschließung, Wegebau und Umbau von Nadelbeständen in Mischbestände. Als Anlass der "Biwa"-Seminare nannte Forstamtsrat Martin Gottsche die unübersehbare Klimaveränderung, die die Forstwirtschaft vor neue Herausforderungen stelle: "Die Wachstumsbedingungen der Baumarten werden sich regional unterschiedlich ändern." Die langlebigen Wälder könnten sich nur langsam an die neue Klimasituation anpassen. Fichte und Kiefer sind für ihn Bäume der kühlen Klimaregion.

Vielfältige Baumarten


Risikofaktoren bei der anfälligen Fichte seien Borkenkäferbefall und Windwurfgefahr. "Zur Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft gehört es auch, die Anpassungsfähigkeit unserer Wälder zu fördern", betonte der Forstmann. Dies könne nur mit einer Vielfalt von Baumarten erfolgen. Das Ziel aller waldbaulichen Maßnahmen sollte deshalb der Aufbau stabiler gemischter und vielfältiger Wälder sein. Nur dadurch könne eine Risikostreuung und -minimierung erreicht werden.
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