Referendar Bernhard Fuchs berichtet über Kaiser Karl IV
Historischer Vortrag über die Eschenbacher Erhebung zur Stadt

verdankt ihm die Erhebung zur Stadt im Jahre 1358: Heuer jährte sich zum 700. Mal der Geburtstag von Kaiser Karl IV. Heimatverein und die Volkshochschule luden deshalb zu einem Vortrag ins Malzhaus ein. Eineinhalb Stunden versuchte Bernhard Fuchs, der Zuhörerschar sein Wissen zu vermitteln.

(jma) 1316 geboren, 1346 zum König der böhmischen Krone und des römisch-deutschen Reiches gewählt, 1355 in Rom zum Kaiser gekrönt: Kaiser Karl IV. wurde später zum "bedeutendsten Tschechen aller Zeiten" gekürt, was auch der Name der berühmten Karlsbrücke in Prag unterstreicht. Der Weg in die Oberpfalz führte ihn über vier Ehen, unter anderem mit Anna von der Pfalz.

Jede seiner Eheschließungen habe ein politisches Ziel verfolgt, machte Bernhard Fuchs deutlich. Für die Heirat mit Anna etwa habe Karl IV. Burgen und Besitztümer in der Oberpfalz erhalten. Die bedeutendsten dabei waren Amberg, Auerbach und Sulzbach, das an einer sehr wichtigen Handelsroute in Richtung Böhmen lag, der "Goldenen Straße".

Tachauer Stadtrecht


Verschiedene Städte bekamen nach einiger Zeit zudem das Recht, einen Wochenmarkt zu veranstalten. Eng in Verbindung damit stand das sogenannte Bannmeilenrecht. Dieses garantierte der Siedlung, dass außerhalb einer Meile Weg - damals etwa 7,5 Kilometer - Handwerk, Bierbrauerei und -ausschank verboten waren. Dadurch sollten mehr Menschen in die Städte kommen, um diese voranzubringen. Unter anderem erhielt Eschenbach dieses Privileg. Die Urkunde zur Stadterhebung stellte Kaiser Karl IV. am 11. Januar 1358 in Prag aus. Das wichtigste Merkmal dabei sei das Tachauer Stadtrecht gewesen, hob der Referent hervor. Außer Eschenbach habe nur Bärnau dieses erhalten.

Mit der Verleihung des Stadtrechts war auch das Stadtgericht in dieser angesiedelt, wie 1380 erstmals eine Urkunde bestätigt. Das Ungewöhnliche an dieser sei, dass Eschenbach nicht als Stadt oder Markt bezeichnet werde, sondern als "Weidbild", merkte Fuchs an. Dieses Wort stamme ursprünglich aus dem Norddeutschen und sei für den Begriff "Stadt" benutzt worden. Dies deute darauf hin, dass der Schreiber aus dem Norden kam. In der Urkunde werde außerdem genau beschrieben, "dass die Stadt Eschenbach volle Macht und Gewalt besitzt, alles Handwerk zu verbieten außerhalb der Bannmeile".

Differenzen mit Speinshart


Dadurch stieg die Stadt zum Wirtschaftszentrum im Umland auf. Handwerker zogen nach Eschenbach. Weil aber auch das Kloster Speinshart in seiner Umgebung Handwerker ansiedeln wollte, kam es zu ersten Differenzen.

Lag Eschenbach dem Kaiser am Herzen? Dies könnte man anzweifeln, meinte der Referent, da der Regent in der unmittelbaren Umgebung die Entstehung zweier weiterer Städte genehmigte: 1361 erhob Karl IV Grafenwöhr zur Stadt, das genau 7,5 Kilometer von Eschenbach entfernt ist, also exakt außerhalb der Bannmeile liegt. Und 1370 verlieh er Neustadt am Kulm die Stadtrechte; Entfernung: acht Kilometer.
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