Rettungswache Eschenbach
Retter sind ständig auf Achse

"Die Rettungswache ist nicht nur für Eschenbach da. Sie hat Aufgaben für den gesamten westlichen Landkreis zu bewältigen." Darauf machte Bürgermeister Peter Lehr beim Besuch einer SPD-Delegation in der BRK-Basis aufmerksam.

Bei der Stippvisite ging es den Bürgermeistern Peter Lehr, Werner Walberer (Pressath) und Jürgen Kürzinger (Kirchenthumbach) sowie den Eschenbacher SPD-Stadträten nicht nur darum, den aktiven BRKlern und den Notärzten Dank zu sagen für 365 Tage Dienst rund um die Uhr. Sie waren auch wissbegierig.

Lehr sah in der Rettungswache einen festen Bestandteil sanitätsdienstlicher Versorgung im Vierstädtedreieck und im Notfall auch darüber hinaus. Seine besondere Anerkennung galt den Notärzten, ohne die das System einer Rettungswache nicht möglich wäre. Als "Paradepferd" unter den auswärtigen Ärzten, die dort mitarbeiten, nannte er Prof. Dr. Holger Rupprecht, dem der Ruf "Lebensretter" vorauseile. Jüngste Beispiele nahm der Eschenbacher Bürgermeister zum Anlass, die Bedeutung der Rettungshubschrauber aufzugreifen.

"Euer Besuch zeigt, dass wir geschätzt werden", erwiderte Reinhard Maul. Der Leiter der Rettungswache berichtete von 40 ehrenamtlichen Rettungsdienstlern, die nur zehn Minuten Vorlaufzeit für ihren Einsatz benötigten. "Bei den Notärzten hatten wir nahezu keine Ausfallzeiten", informierte er mit großer Zufriedenheit und sprach von circa 1000 Notarzt-Einsätzen im abgelaufenen Jahr. Hinzu komme ein Mehrfaches an Krankentransporten.

Vor diesem Hintergrund seien auch die 70 000 Kilometer zu sehen, die der im vergangenen April zur Verfügung gestellte Krankentransportwagen inzwischen zurückgelegt habe. Dankbar zeigte sich Maul über die Einsätze des Hubschraubers, insbesondere "in Zeiten des Rückgangs von Krankenhäusern".

Zwölf Stunden: 21,50 Euro


Auf Fragen aus dem Kreis der Kommunalpolitiker hin beschrieb Wolfgang Dietl das "Hineinwachsen" von Ehrenamtlichen in die Rotkreuz-Gemeinschaft. Als wichtige Grundlage nannte er die Jugendgruppen des BRK, in denen die jungen Leute Gemeinschaft fänden und erlebten. Verbunden damit sei die wachsende Motivation zur ständigen Aus- und Weiterbildung. Rückmeldungen und Dankesbekundungen nach Einsätzen wertete Dietl als zusätzlichen Antrieb für die Helfer.

Zu den Ausbildungsstufen eines Rettungsdiensthelfers (RDH) zählte er einen Lehrgang mit 160 Unterrichtsstunden, ein vierwöchiges Klinikpraktikum und die Abschlussprüfung, die sich über eine Woche hinziehe. "Erst dann ist der Ehrenamtliche einsatzfähig", betonte er. Die Entlohnung für einen zwölfstündigen Dienst bezifferte er mit 21,50 Euro.

Zweite Station bezugsfertig


Im Haus St. Laurentius, dem ehemaligen Krankenhaus, zog die neue Heimleiterin Daniela Jenke eine erfreuliche Bilanz zur Entwicklung der Pflegeeinrichtung. Sie führte die SPD-Delegation durch die bezugsfertigen Räume der zweiten Station, die noch in diesem Monat eröffnet werden soll. Bei Vollbelegung biete das Haus dann 30 sichere Arbeitsplätze.

Bürgermeister Peter Lehr dankte der Kliniken AG für die Investitionen, die den Verlust des Krankenhauses "etwas kompensieren". Ganz nebenbei erwähnte er, dass die Kommune für die Bewohner der Einrichtung Schlüsselzuweisungen des Freistaats erhalte. "Die Akzeptanz des Demenzzentrums in der Bevölkerung hat sich gebessert", räumte Fritz Betzl ein.

Im BRK-Seniorenheim gratulierte Lehr zu der Auszeichnung als eines von Deutschlands "Top-Pflegeheimen": "Ihr könnt stolz darauf sein." "Jeder einzelne unserer Mitarbeiter ist für diese Auszeichnung mitverantwortlich", betonte Heimleiterin Manuela Schusser.

Nur noch fünf Beamte in einer DienstgruppeAm SPD-Besuch der Polizeiinspektion nahmen auch Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch und Landtagsabgeordnete Anette Karl teil. Auf Nachfrage erfuhren sie, dass es in Grafenwöhr nach Auflösung einer Kampfbrigade ruhiger geworden sei und dort alles "zur Zeit in relativ geordneten Bahnen verläuft".

Besonderes Interesse hatte Karl an der personellen Ausstattung der Inspektion. Als ihr mitgeteilt wurde, dass eine Dienstgruppe einst aus neun oder gar zehn Beamten bestand und jetzt nur noch aus fünf, verwies sie auf langjährige Forderungen der SPD im Landtag. Es sei bekannt, dass durch den ausgebildeten Nachwuchs die Abgänge zahlenmäßig nicht ersetzt werden könnten. Abordnungen zu unterschiedlichen Anlässen wirkten sich zusätzlich negativ aus.

"Wir hatten bisher mit Flüchtlingen und Asylbewerbern keine Probleme", lautete die Antwort der Beamten auf eine Frage von Fritz Betzl. Eine zusätzliche Belastung stelle für die Polizeiinspektion nur die Begleitung von Abschiebemaßnahmen dar, bei denen drei bis vier Beamte nahezu einen Tag gebunden seien. (rn)
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