Rudolf Trosch feiert mit vielen Gästen 80. Geburtstag
Ausgezeichneter "Gogerer"

Familie, Freunde sowie Vertreter von Stadt, Pfarrei und Vereinen fanden sich ein, um Rudolf Tropsch (vorne, Zweiter von links) zu seinem 80. Geburtstag hochleben zu lassen. Mit im Bild: (vorne, von links) Tochter Melanie, Ehefrau Aida, Tochter Stefanie und Sohn Christian, Pfarrer Thomas Jeschner (hinten, rechts), zweiter Bürgermeister Karl Lorenz (hinten, Mitte) sowie SCE-Fußballer der 1960er Jahre. Bild: rn

Zum 20. Mal feierte Rudolf Tropsch, Urgestein des Sportclubs und des Brieftaubenvereins, an einem 29. Februar Geburtstag. In all den anderen Jahren seit 1936 hatte er die Wahl zwischen einer Vorfeier am 28. Februar und einer Nachfeier am 1. März.

Anlässlich seines 80. Geburtstags hatte der Jubilar in die Gaststätte Schmid nach Tremmersdorf eingeladen. Unter den Gratulanten dort waren zweiter Bürgermeister Karl Lorenz und Stadtpfarrer Thomas Jeschner, ehemalige Sportsfreunde des SCE, Vertreter der Brieftaubenvereine "Wanderer" Pressath und "Gute Heimkehr" Eschenbach sowie von "Frohsinn" und Sparkasse.

Massenausweisung


Geboren wurde "der Rudi" in der Möbelstadt Königsberg an der Eger im Landkreis Falkenau. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde er zusammen mit seiner Mutter Martha und seinem älteren Bruder Josef - der Vater kehrte aus dem Krieg nicht zurück - ins Innere Böhmens zum Arbeitseinsatz verschleppt.

Mit Beginn der Massenausweisungen gelangte die Familie mit dem ersten Transportzug im Februar 1946 über Furth im Wald nach Bamberg und fand schließlich in Forchheim eine Bleibe. Verwandte veranlassten den Umzug nach Eschenbach Ende Mai 1949. In der damaligen Privaten Handelsschule erwarb Tropsch die Mittlere Reife und ließ sich anschließend zum Kfz-Schlosser ausbilden. Sein Arbeitsleben verbrachte er im Truppenübungsplatz Grafenwöhr.

Ein Sohn, zwei Töchter


Privat fand er in der Philippinin Aida Israel sein Glück, die er 1988 heiratete. Drei Kinder entstammen der Ehe: Sohn Christian sowie die Töchter Stefanie und Melanie.

Seine Liebe zu den "Rennpferden des kleines Mannes" begann bereits 1949, als er sich die ersten "Farbtauben" anschaffte. Ab 1957 bildete er mit Ernst Herbst eine Schlaggemeinschaft, mit der er in den 1960er Jahren seine größten Erfolge feierte. 20 Jahre lang, von 1979 bis 1998, behauptete sich der "Gogerer" Tropsch in der Spitzengruppe des Vereins "Gute Heimkehr" Eschenbach.

Seine Wohnung schmücken außer Pokalen viele Bronze-, Silber- und Goldmedaillen. Sie erinnern unter anderem an den ersten Platz beim Nationalflug Ostende, bei dem in der Distanz 651 bis 700 Kilometer geflogen wurde. Seine Aktivitäten führten dazu, dass er im Brieftaubenverein 1962 das Amt des Schriftführers und 1983 das des Kassiers übernahm. Diese Funktionen übte er bis 2000, als er seine Aktivitäten nach Pressath verlegte, stets engagiert aus. Augenprobleme zwangen ihn 2015, den Brieftaubensport aufzugeben.

Eine weitere Leidenschaft des Egerländers war der SCE. Obwohl es als Schriftführer (zehn Jahre) nicht seine Aufgabe gewesen wäre, kümmerte er sich vor mehr als einem halben Jahrhundert um die Fußballmannschaften, deren Leitungsposten alle verwaist waren: Tropsch sorgte Anfang der 1960er Jahre für einen geregelten Spielbetrieb. Als der Sportplatz an der Friedhofsallee dem Bau der B 470 weichen musste, kümmerte er sich um Ausweichplätze und den Transport dorthin.

Die erste Mannschaft befand sich damals in Auflösung, nur noch Michael Schraml war verblieben. In einem Bericht aus dieser Zeit ist nachzulesen: "Da kam Tropsch 1962 auf die Idee, mit dem Brieftaubenverein ein Spiel gegen Oberbibrach auszutragen." Danach schlossen sich zehn Oberbibracher dem SCE an. Somit war es Tropsch "zum großen Teil zu verdanken, dass 1966 der Wiederaufstieg in die A-Klasse gelang". Zudem band er in der Folge den Oberbibracher Hermann Lins mit in die Vereinsarbeit des SCE ein.
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