Seniorengemeinschaft GeHiH mit neuem Vorsitzenden
Gemeinsam auf gesunden Beinen

Von rechts: Vorsitzender Karl Lorenz, Geschäftsführerin und Mitglied der Arbeitsgruppe Seniorengemeinschaften Bayern Elisabeth Gottsche und 2. Vorsitzender Dieter Klein. Bild: rn

Die Führungsmannschaft der Seniorengemeinschaft Generationen Hand in Hand (GeHiH) ist wieder komplett. In der Jahreshauptversammlung wurde Eschenbachs zweiter Bürgermeister Karl Lorenz zum neuen Vorsitzenden gewählt.

Die GeHiH befindet sich auf Expansionskurs. Bei der Gründungsversammlung im November 2015 hatten 61 Interessenten spontan ihre Mitgliedschaft erklärt. Ein Jahr später nähert sich die Gemeinschaft der 200er-Marke. In der Aula der Markus-Gottwalt-Schulen, der Gründungsstätte, berichtete zweiter Vorsitzender Dieter Klein von 180 Mitgliedern. Er führte diese Zunahme auf die "gute Arbeit unserer Geschäftsführerin und Koordinatorin Elisabeth Gottsche" zurück.

In seiner Rückschau räumte er ein, dass sich die bisherige Arbeit des Vorstands zum Großteil im organisatorischen Bereich bewegt hat. Er sprach von zehn Sitzungen, in denen die Vereinsstruktur aufgebaut und die Vermittlung von Hilfen aufgenommen wurde. Klein dankte Landrat Andreas Meier, der im ehemaligen Landratsamt einen Büroraum zur Verfügung stellte und eine Starthilfe von 1000 Euro gewährte.

Gottsche feste Kraft


"Der für die Jahre 2016 bis 2018 ergangene Förderbescheid über 30 000 Euro war mit der Vorgabe verbunden, eine fest angestellte Kraft zu beschäftigen", berichtete Klein. Dies sei mit Elisabeth Gottsche geschehen. Sie war bei vielen Veranstaltungen in den Mitgliedskommunen. Überzeugt zeigte er sich, dass der Info-Stand bei der Pega in Kirchenthumbach den Bekanntheitsgrad von GeHiH erhöht hat. Als großen Erfolg wertete er das Mitgliedertreffen am 25. Juli im Gemeindezentrum Speinshart.

Erfreut nahm der große Zuhörerkreis seine Nachricht entgegen: "Sehr zu Freude unserer Gemeinschaft haben sich alle zehn Kommunen des westlichen Landkreises dazu bereiterklärt, den Verein finanziell mit 0,50 Euro pro Einwohner zu unterstützen. Dies ergibt für die nächsten drei Jahre eine jährliche Unterstützung von 12 500 Euro." Klein dankte den Kommunen, die mit je einem Vertreter im Vereinsbeirat vertreten sind. Zu wichtigen Erkenntnissen gelangte die GeHiH-Delegation beim zweiten Austauschtreffen der Seniorengemeinschaften beim Bayerischen Sozialministerium. Dort sei zum Ausdruck gekommen, dass "eine Seniorengemeinschaft ohne fest angestellte Mitarbeiter langfristig keinen Bestand hat". Eine Steigerung der Mitgliederzahlen und der Hilfevermittlungen sowie die Erhöhung des Bekanntheitsgrads könne nur mit einem solchen erreicht werden. "Daraus hat unsere GeHiH Konsequenzen gezogen", versicherte Klein. Als positiv und zukunftsorientiert wertete er die auf Landesebene geschaffene Arbeitsgruppe, über die sich die Seniorengemeinschaften eine finanzielle Förderung des Freistaates erwarten. "Dieser Arbeitsgruppe gehört auch unsere Elisabeth Gottsche an", erklärte der zweite Vorsitzende.

Aus dem Leben der Geschäftsführerin berichtete Gottsche, die neben ihrer Zwölf-Stunden-Woche auch noch ehrenamtlich unterwegs ist: Die Palette reicht von Informationsveranstaltungen in den angeschlossenen Gemeinden über Kontaktaufnahme mit Gerichten bis zur Zunahme der Vermittlungen auf bereits 31 pro Monat. Nach Angaben zur konstanten Zunahme des Geschäftsbetriebs legte sie großen Wert auf persönliche Kontaktaufnahme mit Mitgliedern.

Das jüngste Mitglied im Alter von 15 Jahren entlockte ihr die Aussage: "Es muss im Kopf noch etwas geschehen." Sie meinte damit die Bereitschaft zum Hereinarbeiten von Dienstleistungsstunden für spätere eigene Bedürfnisse. Das Schöne am Verein sah die Geschäftführerin darin, dass für Hilfsbedürftige nun die "Bittstellersituation vorbei" ist. Ihre Rückschau auf das Mitgliedertreffen verband sie mit der Bemerkung: "Die sagenhafte Beteiligung hat mich umgehauen. Sie spricht für unsere Gemeinschaft." Dieter Klein dankte sie für dessen "tolle Arbeit".

Kein Muss


Aus dem Kassenbericht Brigitte Brüchners folgerte Klein: "Wir stehen auf gesunden Beinen." Bei der Nachwahl des Vorsitzenden - Bernhard Schäfer war aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten - erhielt Karl Lorenz das einmütige Vertrauen der Mitglieder. Er hatte sich bereits vor Vereinsgründung Verdienste als "Geburtshelfer" erworben.

Die wichtigsten Inhalte der Beitrags- und Geschäftsordnung stellte Udo Müller vor. Sie dient als Ergänzung zur Satzung und enthält Passagen wie "Die Mitgliedschaft verpflichtet nicht zu Hilfeleistungen" oder "Es besteht kein Muss, dass geholfen wird ... wenn zur gewünschten Zeit niemand verfügbar ist". (Hintergrund)

Die sagenhafte Beteiligung hat mich umgehauen. Sie spricht für unsere Gemeinschaft.Elisabeth Gottsche


Hintergrund"Packen wir es an"

Eschenbach. (rn) Der neu gewählte erste Vorsitzende Karl Lorenz dankte Dieter Klein für die kurzfristige Übernahme der Vorstandsaufgaben, Koordinatorin Elisabeth, die "sich nicht entmutigen ließ und tatkräftig anpackte", dem Seniorenbeauftragten der Stadt Eschenbach Udo Müller "für die technische Kommunikationsausstattung im Büro und die Erstellung der Homepage" sowie Brigitte Brüchner und Schriftführer Heribert Lassner, die sich neuen Aufgaben gestellt haben.

Seine Familiensituation - bis 2015 Lehrkraft an der Wirtschaftsschule und zwei erwachsene Kinder, die weit entfernt wohnen und arbeiten - übertrug er auf die Ziele der GeHiH: "Ein möglichst langes, selbstbestimmtes Leben zu Hause in den eigenen vier Wänden führen zu können." Er befasste sich mit den Begleiterscheinungen der demografischen Entwicklung. Das starke Wachstum von GeHiH seit der Gründungsversammlung wertete Lorenz als Beweis dafür, "dass wir in der Bevölkerung wahrgenommen werden."

Als Aufgabe wertete er es, die positiven Erkenntnisse aus den durchgeführten Vermittlungen über die Medien und vor allem über Mund-zu-Mund-Propaganda weiter zu verbreiten. Der Vorsitzende rief dazu auf mitzuhelfen, dass die Idee der gegenseitigen Hilfe im Alter weitere Kreise zieht und der Verein mach drei Jahren staatlicher und kommunaler Förderung weitgehend eigenständig wird. Mit dem Aufruf "Es gibt viel zu tun, packen wir es an!" beendete er die Jahreshauptversammlung.
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