"Sicher Wohnen": Experte der Kriminalpolizeiinspektion Weiden gibt Tipps
Ungebetene Gäste abwehren

Mit einem Schraubenzieher hebelt ein Einbrecher in wenigen Sekunden ein ungesichertes Fenster aus, weiß Dieter Melzner. Die Botschaft des Kripo-Mannes war deshalb so einfach wie schlüssig: Hauseigentümer und Mieter solleten es Einbrechern so schwer wie möglich machen. Bild: do

Ein gekipptes Fenster - und schon ist es passiert. Oftmals haben Einbrecher leichtes Spiel. Damit ihnen von vornherein die Lust vergeht, in Wohnungen und Häuser einzusteigen, gab ein Experte der Kriminalpolizeiinspektion Weiden beim Katholischen Männerverein zahlreiche Ratschläge.

Vorsicht vor Einbrechern: Die Kriminalstatistik zeigt einen erschreckenden Anstieg bei diesen Delikten. Auch auf dem Land steigt das Risiko. Mit Spannung verfolgten die Zuhörer deshalb am Dienstag bei einem gut besuchten Vortragsabend des Katholischen Männervereins die Ausführungen von Dieter Melzner zum Thema "Sicher Wohnen". Die Botschaft des Kriminalhauptmeisters war klar: "Man muss es den Kriminellen so schwer wie möglich machen."

Wie das geht, zeigte der Experte in seinem Vortrag mit vielen Beispielen auf. Das gängigste Einbruchswerkzeug, einen Schraubenzieher, hatte er dabei zur Demonstration mitgebracht. "In vier Sekunden öffne ich mit diesem Ding viele Haustüren und Fenster", behauptete der ehemalige Mitarbeiter eines Schlüsseldienstes.

Hilfe in Anspruch nehmen


Deshalb gelte der Grundsatz, mit Sicherungsmaßnahmen den Ganoven ihr Tun wenigstens zu erschweren. Die Erfahrung zeige, dass ein Einbruch oft schon im Versuch stecken bleibe, wenn ein Mindestmaß an sicherungstechnischen Einrichtungen vorhanden sei. Dann zeigte der erfahrene Sicherheitsfachmann Beispiele zum Schutz des Eigentums auf. Seine Auswahl an Tipps begann mit der Empfehlung, Hilfe in Anspruch zu nehmen: "Schon ein aufmerksamer Nachbar kann Einbrüche verhindern." Melzner appellierte, aufeinander aufzuschauen, verdächtige Kennzeichen aufzuschreiben und Fremde zu beobachten.

Als weitere Vorsorgemaßnahmen empfahl er einfachste Regeln: etwa Haus-, Keller- und Terrassentüren geschlossen zu halten, bei längerer Abwesenheit Haus und Grundstück von Nachbarn oder Verwandten betreuen zu lassen, stets den Briefkasten zu leeren sowie Rollläden offen zu lassen und diese bei Einbruch der Dunkelheit herunterzufahren, um einen bewohnten Eindruck zu erwecken.

Die weiteren Ratschläge des Referenten galten besonders der technischen Sicherheit. Bei Neu- und Umbauten empfahl er den Einbau geprüfter und zertifizierter, einbruchshemmender Türen nach DIN EN 1627 mit Einsteckschlössern, Profilzylindern und Mehrfachverriegelung. Auch auf Querriegelschlösser, Türspione und Videosprechanlagen ging er ein. Konkret warnte Melzner vor gekippten Fenstern. Denn: "Ein gekipptes Fenster ist ein offenes Fenster." Auch abschließbare Fenstergriffe seien kein Allheilmittel gegen Einbrüche: "Nur in Verbindung mit einem einbruchhemmenden Beschlag sind sie sinnvoll." So könnten mit einem zeitgemäßen Pilzkopfbeschlag 80 Prozent der Einbrüche über Fenster vermieden werden. Eher selten dringe der Täter durch ein eingeschlagenes Fenster ein, wusste der Polizeibeamte: Geborstene Fenster seien für die Ganoven zu gefährlich.

Zum weiteren Sicherheitspaket zählte er einbruchshemmende Verbund-Sicherheitsgläser, Fenstergitter und die Sicherung aller Kellerzugänge. So empfahl er die Installierung von Gitterrost-Hochhebesicherungen auf betonierten Kellerlichtschächten. Danach erläuterte der Fachmann die Möglichkeiten, die eigenen vier Wände durch Alarm- und Überfallmeldeanlagen zu schützen.

Keine Aufstiegshilfen


Ebenfalls sicherheitsrelevant sei die Gartengestaltung: "Hecken und Sträucher bieten nicht nur persönlichen Sichtschutz, sondern schützen auch Einbrecher." Und um Aufstiegshilfen zu vermeiden, sollten Gartenmöbel und Leitern weggeschlossen werden. Ein Hund könne durchaus auf ungebetene Gäste aufmerksam machen, ersetze jedoch keinesfalls die Sicherheit im Hause.

Der Kriminalhauptmeister hatte viele weitere Tipps parat, um ungebetene Gäste abzuwehren. "Ungebetene Gäste" heißt auch die Broschüre mit vielen Hinweisen, die Dieter Melzner und Hauptkommissar Marcus Gradl von der Polizeiinspektion Eschenbach an die Besucher verteilten. Ergänzend empfahlen sie die Beratung durch Fachleute. Vom Beifall der Zuhörer begleitet war der Dank des Männerverein-Vorsitzenden Manfred Neumann.
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