Stadtrat geht nächsten Schritt
BDO erarbeitet Förderantrag an Innovationsfonds

Kein Mensch vor dem Krankenhaus zu sehen. Damit ist es bald wieder vorbei. Das Gebäude wird immer mehr genutzt. Noch wäre aber genug Platz für ein Gesundheitszentrum. Archivbild: gpa

s Stadtrat sagt ja zu einem Förderantrag für ein Gesundheitszentrum Eschenbach. Aber Bürgermeister Peter Lehr macht deutlich, dass dieses Zentrum noch in weiter Ferne liegt. Nicht einmal der Antrag ist tatsächlich schon beschlossene Sache.

Der nächste Schritt zum Gesundheitszentrum ist getan. Am Donnerstag hat der Stadtrat einstimmig in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen, das Beratungsunternehmen BDO zu beauftragen, der Stadt zu helfen, einen Förderantrag an den Innovationsfonds des Gesundheitsministerium vorzubereiten. Das bestätigte Bürgermeister Peter Lehr am Freitag.

Ob die Stadt den Antrag tatsächlich stellt, hängt nun von den nächsten Wochen ab. Anfang Januar soll es Gespräche mit den niedergelassenen Ärzten geben. "Wenn die nicht mitmachen, brauchen wir einen Antrag gar nicht erst zu stellen", sagt Lehr. Ansprechen will der Bürgermeister dabei nicht nur die Eschenbacher Ärzte. Das Projekt betreffe das gesamte Städtedreieck, deshalb müssten die Ärzte des gesamten westlichen Landkreises mitziehen.

Nachbarn ins Boot holen


Das gelte auch für die Nachbarkommunen. Die möchte Lehr in einem zweiten Schritt einbeziehen. "Es bringt nichts, über ungelegte Eier zu sprechen." Erst wenn die Ärzteschaft im Boot ist, soll der nächste Schritt gegangen werden. Bis Ende Januar soll dann feststehen, ob es tatsächlich einen Förderantrag gibt.

Eine Prognose möchte Lehr nicht abgeben, denn auch zur Finanzierung des Projekts gibt es bislang keine Zahlen. "Wir wollen diese neuen Möglichkeiten abklären. Die Kommunen müssten sich wohl auch am finanziellen Risiko beteiligen." Aber der Ausgang sei offen, die finanziellen Möglichkeiten der Kommunen seien beschränkt. "Wir haben andere Aufgaben zu erfüllen." Die medizinische Versorgung zähle nicht zu den Hauptaufgaben der Gemeinden.

Das Wirtschaftsprüfungsunternehmen BDO hatte am Mittwoch eine Analyse der Gesundheitsversorgung im westlichen Landkreis vorgestellt (wir berichteten).

Neuer Fonds


Die Analyse beinhaltete den Vorschlag für ein neuartiges Gesundheitszentrum. In Räumen des früheren Krankenhauses sollen eine neue Technik und eine neue Organisationsform die Gesundheitsversorgung in der Region verbessern. Zur Finanzierung der Startphase sollen Mittel aus einem neuen Fonds fließen, der ab 2016 über 200 Millionen Euro bereitstellt.

Krankenhaus: Leben kehrt zurückIns Krankenhausgebäude kehrt dreieinhalb Jahre nach der Schließung immer mehr Leben zurück. Zum Jahreswechsel öffnet die Demenz-Pflegeeinrichtung "Haus Sankt Laurentius" dort seine zweite Station. Wenn dann im März oder April die Regens-Wagner-Stiftung einzieht, sind alle drei Stationen in dem Haus wieder belegt.

Die Michelfelder Einrichtung hat die Station für mindestens zehn Jahre als Ausweichquartier gemietet. In dieser Zeit lässt die Behinderteneinrichtung die eigenen Gebäude im Auerbacher Stadtteil sanieren.

Gut möglich, dass bald weitere Räume genutzt werden: Der Landkreis ist auf der Suche nach einem Ausweichquartier fürs alte Landratsamt. "Es besteht riesiger Sanierungsbedarf", erklärte das Amt auf Anfrage. Um rechtzeitig reagieren zu können, prüfe das Amt eine Verlegung der Zulassungsstelle. Der Kreiskämmerer soll bis Januar ein Konzept erarbeiten. (wüw)
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