Stefan Uhl berichtet von seinen Isalnderlebnissen
Im Land der Trolle und Krater

Das Land der Wikinger, Vulkane, Gletscher, Wasserfälle, heißen Quellen und Wüsten erlebte Stefan Uhl als rau und doch faszinierend. Bilder: do (2)
 
Spannende Geschichten erzählte auf Einladung der Volkshochschule der ehemalige Eschenbacher Stefan Uhl über seine Expeditionen in Island. Uhl gehört zu den namhaften Höhlenforschern.

Baden im Freien bei null Grad, Schneegestöber und eine Thermalwassertemperatur von 40 Grad. Das Land der Geysire und Gletscher machte Eindruck auf Stefan Uhl. Der gebürtige Eschenbacher berichtete bei der Volkshochschule über seine Touren und Erlebnisse in Island.

Das spontane Badevergnügen lockt - und das nicht nur einmal. Die heißen Quellen versprechen Entspannung. Raus aus der warmen Kleidung und hinein tauchen in den Naturpool zwischen Lavafelsen. Stefan Uhl erzählte: Das gibt es kein zweites Mal in der Welt. Die Bilder, die der Höhlenforscher nach der Begrüßung durch VHS-Geschäftsführerin Angelika Denk im Malzhaus einem staunenden Publikum präsentierte, faszinieren. Tosende Wasser, riesige Gletscher, menschenleere Lavawüsten, schwarze Strände, steile Klippen und unheimliche Höhlensysteme. In der einzigartigen Natur Islands erlebt man nicht nur Abenteuer wie Rafting oder Gletschertouren, sondern träumt immer wieder in warmen Bädern von den schönen Dingen des Lebens.

Uhl erzählte von spannenden Exkursionen als Mitglied österreichischer Höhlenvereine. Die Höhlenforschung ist sein Steckenpferd. Da kennt er sich aus. In Fachkreisen gelten seine Expeditionen in die Unterwelt und seine Entdeckungen als wissenschaftlich fundiert. Deshalb sind auch die durch die intensive Vulkantätigkeit geschaffenen Höhlensysteme Islands für den Oberpfälzer ein spektakuläres Dorado in für ihn bisher unbekannte Welten. Unterwegs zu sein mit Uhl in Islands Unterwelt gehörte deshalb zu den Höhepunkten der faszinierenden Schau. Auf rauen Lavapisten und durch eisige Bergbäche schlitterte der geländegängige Bus der gut ausgerüsteten Reisenden, vorbei am verschneiten Herdhubreidh, der breitschultrigen Königin der Berge Islands. Zu ihren Füßen stürzten tosende Wasserfälle in tiefe Schluchten. Auf dem Bergmassiv von Dyngjufjöll beeindruckten bizarre Lavafelsen wie erstarrte Berggeister und der Askja, das 200 Kilometer lange Vulkan-Zentralmassiv der Insel imponierte mit beeindruckendem Bergpanorama.

Die Sagen Islands gehören zum mystischen Ambiente der Landschaft. Blauer Himmel und Dauerregen, Moose und Farne, Kraterseen, Schluchten und Elfensteine, erboste Trolle, die sich am Busfahrer mit einer Pannenserie rächten. Am Ende mag sich auch so mancher abgeklärte Zentraleuropäer gar nicht mehr so sicher gewesen sein, ob durch das Hochland des Vatnajökull-Nationalparks vielleicht doch Naturgeister spuken. Vom Geisterwald sind es nur kurze Wegstrecken zu den unzähligen Berghöhlen. Eine Einladung an die neugierigen Mitteleuropäer, im Land der Mitternachtssonne das Dunkel der unterirdischen Geheimnisse zu beleuchten. Die Höhlenbilder gaben den Blick frei auf unterirdische Schönheiten, ehe es zurück an die Sonne ging- wenn sie im wolkenreichen Island da gewesen wäre.

Die Besucher lernten an diesem Abend ein Land voller Gegensätze, Überraschungen und Geheimnisse kennen. In einer archaischen Vulkanlandschaft bewegte sich Uhl mit seiner Ehefrau Jutta und dem zweijährigen Sohn vorsichtig über die dünnen Stellen jener Erdkruste, die bedingt durch zwei Kontinentalplatten jährlich zwei Zentimeter auseinanderdriftet und einen brodelnden, dampfenden Einblick ins Innere unseres glühenden Planeten gewährt.

Doch was für die Menschen im Mittelalter, für Normannen und Wikinger nur bedrohlich und fremd war, was sie sich als Teufelswerk und Eingang zur Hölle erklärten, das wissen die Isländer des 21. Jahrhunderts zu nutzen: Die Lava dient als Baumaterial, die Erdenergie wird in Strom umgewandelt, das heiße Wasser wärmt Häuser und Schwimmbäder. Perfekte Isländer tanzen auf dem Vulkan. Der Reichtum und die Geschenke des Meeres sind die Lebensgrundlagen für Menschen. Der Fisch, verkostet in allen Zubereitungsformen, gehörte zum täglichen Begleiter der Höhlenforscher. Weniger geschätzt der fermentierte Grönlandhai oder der Pungur, ein sauer eingelegter Hammelhoden. All das ist vereint auf einer Insel, deren nächster Nachbar Grönland ist. In Herkunft und Geschichte stellte Uhl auch eine Bevölkerung vor, die sich noch immer als echte Nachfahren der Wikinger fühlt, unabhängig und frei.
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