Stützmauer bei Bootshaus am Eschenbacher Rußweiher außerdem zu hoch
Schwarzbau auf fremdem Gelände

Der Stein des Anstoßes: Diese Betonmauer auf einem Pachtgrundstück am Rußweiher wurde ohne Genehmigung errichtet. Auch das Geländer zur Absturzsicherung entspricht nicht den Vorschriften. Bild: rn

Erneut hat ein Schwarzbau, für den nachträglich ein Bauplan zur Absegnung der Maßnahme vorgelegt wird, im Stadtrat für heftigen Unmut gesorgt. Dr. Kurt Elefant beantragte die Genehmigung der Erneuerung der Stützmauer am Bootshausplatz Nummer 38. Die bereits errichtete Mauer ist elf Meter lang und zwei Meter hoch.

Reinhard Sperber, der Geschäftsführer der Verwaltungsgemeinschaft, informierte das Gremium am Donnerstag über ein Schreiben vom 13. Oktober 2015, in dem die Stadt als Grundstückseigentümer Dr. Elefant aufgefordert habe, an dem neuen Bauwerk Verbesserungsmaßnahmen vorzunehmen. Dazu gehörten das Absenken der Betonwinkel auf das Niveau des natürlichen Geländes und das Begrünen der Südseite. "Wie aus dem Bauantrag hervorgeht, ist die Kürzung der Winkelelemente nicht vorgenommen worden", sagte Sperber. Er verwies auf eine Rücksprache mit dem Bauamt des Landratsamts, wonach die Stadt als Grundstückeigentümer das gemeindliche Einvernehmen unter den erteilten Auflagen erteilen könne.

CSU-Fraktionssprecher Marcus Gradl sah im Vorgehen von Dr. Elefant "eine nicht tolerierbare, eigenmächtige Maßnahme". Er rief dazu auf, ein Zeichen gegen Schwarzbauten zu setzen. Fritz Betzl (SPD) und Hans Bscherer (FW) merkten an, dass der Teil der Betonwand, der über das natürliche Gelände hinausragt, einen zusätzlichen Schutz darstelle. Aus beiden Fraktionen kamen dennoch kritische Anmerkungen.

Mit erkennbarem "Bauchweh" segneten SPD und FW gegen die Stimmen von CSU/ÜCW diesen schließlich ab. Sie argumentierten, dass ein Abschneiden des überstehenden Teils der Wand zum Nachteil der Innenarmierung wäre. Einigkeit bestand, dass die Absturzsicherung nicht den Unfallverhütungsvorschriften entspricht. Daher wurde eine Nachbesserung eingefordert.

Bürgermeister Peter Lehr kündigte das Anschreiben aller Grundstückspächter am Rußweiher an. "Wir werden mit Nachdruck darauf verweisen, dass alle baulichen Maßnahmen auf städtischem Grund anzumelden sind, erst nach Genehmigung begonnen werden dürfen und das Anlegen von kleingärtnerischen Anlagen zu unterbleiben hat."

Eine Befreiung, eine GenehmigungTiffany Dietrich und Andreas König wollen auf dem Grundstück Steinäcker 22 ein Einfamilienhaus errichten. Mit einer Bauvoranfrage beantragten sie, zu prüfen, ob sie ihr Toskanahaus mit der Dachform "Zeltdach beziehungsweise Walmdach" bauen können. Sie dürfen und erhielten dafür die Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans "Oberes Gstein".

Dem Bau einer Fertigungshalle mit Versandbereich der Firma Mondi hatte der Stadtrat bereits in seiner Februar-Sitzung zugestimmt. Da sich aus betriebsinternen Gründen die Ausmaße der Halle geringfügig verändern werden, lag dem Gremium in der Sitzung am Donnerstag ein erneuter Bauantrag vor. Auch dieser erhielt die Genehmigung. (rn)
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