Uli Grötsch spricht mit Bürgermeister Peter Lehr über Lärmschutz-Maßnahmen
Lärmschutz eine "harte Nuss"

Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch, dritter Bürgermeister Klaus Lehl, Bürgermeister Peter Lehr, zweiter Bürgermeister Karl Lorenz, Leitender Baudirektor Henner Wasmuth und Baudirektor Gerhard Kederer (von links) berieten über mögliche Lärmschutz-Maßnahmen. Bild: rn

Da entlang der B 470 keine Verkehrslärmgrenzwerte überschritten werden, sieht das Staatliche Bauamt keine Möglichkeit für Maßnahmen zur Lärmsanierung. Mit diesem Ergebnis endete am Freitag eine Gesprächsrunde im Rathaus.

In sachlicher Atmosphäre beleuchteten Leitender Baudirektor Henner Wasmuth, Baudirektor Gerhard Kederer und die Bürgermeister Peter Lehr, Karl Lorenz und Klaus Lehl die missliche Lärmsituation. Initiator der Gesprächsrunde war Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch. Lehr blickt zurück auf die jüngsten Bestrebungen zur Lärmminderung und die Gespräche, die diesbezüglich bereits im Rathaus auf Anraten von Uli Grötsch mit Martin Burkert geführt wurden.

Schon vor einem Jahr gab Lehr Martin Burkert, Vorsitzenden des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur, zu bedenken: "Die Menschen unserer Stadt haben bis heute neben dem Verkehrslärm auch die Begleiterscheinungen unseres Truppenübungsplatzes mit umfangreichen Militärkolonnen vor nicht allzu langer Zeit und mit Schieß- und Fluglärm klaglos akzeptiert, weil wir die Vorteile erkennen." Burkert hatte zwar versichert "Wir werden dran bleiben". Allerdings kam aus Berlin eine ablehnende Nachricht.

Harte Nuss knacken


Grötsch zeigte sich überzeugt, dass sich die Verkehrssituation auf der B 470 seit deren Bau "erheblich geändert" hat. Es gelte daher eine "harte Nuss" zu knacken. Auch er verwies auf das Gespräch mit Burkert und nannte einen Betrag von fünf Millionen Euro, der "im Raum gestanden" habe. Er bedauerte, dass das angedachte Vorhaben nicht zum Tragen gekommen ist. Hoffnung mache nun die von der Stadt in Auftrag gegebenen "Schalltechnischen Untersuchungen zur Ermittlung der Verkehrslärmeinwirkung im Rahmen der Lärmsanierung".

Das Gutachten geht davon aus, dass der Verkehr auf der Bundesstraße - bedingt durch die Grenzöffnung und weitere Faktoren - in den letzten Jahrzehnten zugenommen hat. Es verweist auf ein hohes Verkehrsaufkommen mit rund 6000 Fahrzeugen pro Tag, durch dessen Lärm die Wohngebiete erheblich belastet werden. Zu den Ergebnissen erklärten die Erfasser, dass die Darstellung auf die Nachtzeit beschränkt sei. Die zehn Dezibel (dB) höheren Auslösewerte für die Tagzeit würden an keinem Gebäude überschritten.

Nach dem Ergebnis der schalltechnischen Untersuchungen liegen die Werte des "Beurteilungspegels" für Anwesen an Kirchentumbacher Straße, Sommerleitenweg, Speinsharter, Pressather und Ruckstraße bis auf ein Anwesen nur ein oder zwei dB über dem Grenzwert. So kommen die Diplomingenieure der Ingenieurgesellschaft für Bauphysik, Akustik und Schwingungstechnik IBAS Bayreuth zu dem Schluss: "Die Prüfung von prinzipiellen Möglichkeiten für aktive Schallschutzmaßnahmen hat ergeben, dass Lärmschutzwände an der B 470 im Bereich der betroffenen Wohnhäuser mit einer Höhe von 2,5 bis 3 Meter voraussichtlich ausreichen, um die Auslösewerte zu unterschreiten."

500 Euro pro Quadratmeter


Gerhard Kederer gab zu bedenken, "dass wegen der vor einigen Jahren erfolgten Belag-Erneuerung die Messwerte um zwei dB zu verringern sind und nur noch bei einem Anwesen ein kritischer Wert erreicht wird". Henner Wasmuth sprach die Tallandschaft an, in der die Bundesstraße verläuft. Er bezweifelte die Effektivität einer Lärmschutzwand und nannte sie "problematisch". Die Kosten einer Lärmschutzwand schätzte Gerhard Kederer auf 500 Euro pro Quadratmeter. Als Zukunftsmusik brachte Wasmuth das "Verkehrsmodell Bayern" ins Gespräch und bewertete die Situation als "nicht hoffnungslos". Zunächst gelte es, das Ergebnis der Verkehrszählung 2015 abzuwarten. Zu den Möglichkeiten eines passiven Lärmschutzes zählte er Zuschüsse für schalldichte Fenster. Der Amtsleiter räumte ein, dass im Bereich der geplanten Ortsumgehung Ost andere Grenzwerte gelten können.

Zum Vorschlag von Bürgermeister Lehr, die Geschwindigkeit auf 80 Stundenkilometer zu begrenzen, hielt Wasmuth entgegen, dass diese Maßnahme gesetzeswidrig wäre, Lastkraftwagen ohnehin nur 60 Stundenkilometer fahren dürfen und die Lärmminderung daher nur sehr geringfügig wäre. Er empfahl, den Zustand der Straßendecke im Auge zu behalten. Für dringende Aufgaben sei seinem Amt "sehr viel Geld avisiert worden" und es sei absehbar, dass "der Bund die Grenzwerte senkt". Für Lehr heißt es nun, "die neuen Verkehrszahlen abzuwarten und unter Berücksichtigung des Gutachterergebnisses nochmals nachzuhaken". "Das Thema Lärmschutz an der B 470 wird uns nicht ruhen lassen", erklärte Grötsch abschließend.
Weitere Beiträge zu den Themen: Lärmschutz (25)Staatliches Bauamt (16)Wände (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.