Umfrage zur Sperrung des Rußweihers in Eschenbach
Unberechtigt oder verständlich?

Eine schöne aber nun unbenutzbare Bühne. Erst in der Badesaison wird es hier wieder Besucher geben.

Der Rußweiher in Eschenbach. Der Eingang am Freibad ist verschlossen. Schlittschuhläufer und Spaziergänger können nicht mehr aufs Gelände. Bürgermeister Peter Lehr hat entschieden, es abzusperren. Viele Eschenbacher sind verärgert darüber. Wir haben mit einigen gesprochen. Vielleicht steckt ja doch eine verständliche Entscheidung hinter dem Handeln des Bürgermeisters.

Es gibt ein Problem das Eschenbachs Bürgermeister Peter Lehr nicht für alle verständlich lösen kann. Wegen eines Antrages für eine Veranstaltung des Kulturausschusses wurde eine Anwaltskanzlei beauftragt die haftungsrechtlichen Risiken am Freibad Rußweiher abzuschätzen. Das Gutachten gab auch Hinweise zur rechtlichen Situation außerhalb der Badesaison. Diese waren für den Bürgermeister Grund genug, das Gelände kurzer Hand abzusperren.

Umfrage




Die Befragten:


Andreas Wolter

Eingefleischter Eschenbacher, hat seine Jugend großteils am Rußweiher verbracht. Er ist Mitglied bei der
Wasserwacht Eschenbach.

Findet es schade, dass das Rußweiher Freibad im Winter nicht zugänglich ist, versteht aber die Entscheidung des Bürgermeisters.





Marcus Gradl

CSU/ÜCW-Fraktionssprecher im Stadtrat, Polizist
und Vater von drei Kindern.

Hat das Thema "Festivitäten am Rußweiher" im Stadtrat aufgeworfen, weil er mit seinem Kollegen aus dem Kulturausschuss am Rußweiher eine Ü30-Party veranstalten wollte.



Susanne Schug

Hatte ein Bootshaus am Rußweiher, deswegen hat sie auch ihre Kindheit und Jugend dort verbracht.

Zeigt Unverständnis gegen die Entscheidung des Bürgermeisters. Hofft auf eine Einigung, so dass jeder wieder auf das Gelände kann.


Jürgen Bohne

Pächter des Hexenhäusls am Rußweiher

Sieht das Problem am Freibad bei der fehlenden Aufsicht.
Bedenken wegen dem Anwaltsschreiben hat er keine, obwohl seine Gaststätte auch am Rußweiher liegt. Denn bei ihm ist das ganze Jahr über jemand da.



Artikel aus dem Stadtboten(Dez.), Zusammenfassung des Anwaltsschreibens

Sperrung des Freibads Rußweiher außerhalb der Badesaison








Aufgrund eines Antrags der CSU/ÜCW-Fraktion im Stadtrat auf Ermöglichung von Festivitäten im Bereich des Rußweihers hat die Stadtverwaltung die Stellungnahme einer Rechtsanwaltskanzlei eingeholt, um die haftungsrechtlichen Risiken abschätzen zu können. Bei dieser Prüfung hat die Kanzlei auch zum allgemeinen Zugang zum Freibad außerhalb der Badezeiten folgende Hinweise gegeben:

"...Bereits in der jetzigen Konstellation, also ohne Vermietung an Dritte für deren Veranstaltungen, bringt das Freibadgelände ein erhebliches Haftungspotential resultierend aus Verkehrssicherungspflichten mit sich. Wir raten hier zu größter Achtsamkeit und empfehlen dringend aktuell und auch in Zukunft eine regelmäßige Überprüfung der Haftungssituation, aktuell insbesondere wegen des bislang frei zugänglichen Spielplatzes in Ufernähe.

...

[Es] bestehen nicht nur zivilrechtliche Haftungsrisiken. Die Verantwortlichen könnten gegebenenfalls auch strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden, z.B. wegen fahrlässiger Körperverletzung oder fahrlässiger Tötung.

Bereits normale offene Wasserflächen, auch wenn sie nicht in Form eines Freibades gestaltet sind, bergen ein gewisses Gefahrenpotenzial. Während für Erwachsene offene Wasserflächen grundsätzlich keine ernst zu nehmende Gefahr darstellen, ist gerade in Bezug auf Kinder die hohe Anziehungskraft offener Wasserflächen mit dem sich daraus ergebenden Gefährdungspotenzial in den Vordergrund zu stellen.

...

Im vorliegenden Fall halten wir es für problematisch, dass sich unmittelbar in der Nähe des Wassers ein Kinderspielplatz befindet, welcher auch außerhalb der normalen Freibad-Öffnungszeiten zugänglich ist. Mit der Anwesenheit von (auch kleinen) Kindern ist daher unter Umständen auch zu diesen Zeiten zu rechnen.

Sie sollen daher ernsthaft prüfen, ob Sie die Zugänglichkeit zu diesem Spielplatz außerhalb der beaufsichtigten Freibadzeiten ab sofort zu verhindern.

..."

Aufgrund dieser Ausführungen war der 1. Bürgermeister gezwungen, den Zugang zum Freibadgelände außerhalb der Badezeiten zu sperren.
1 Kommentar
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Dr. Peter Steinbock aus Eschenbach in der Oberpfalz | 22.11.2016 | 23:34  
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