Verschmelzung von Kirchenchor und Singkreis in Eschenbach
Fusion "gegen den Trend"

Joachim Steppert blickt in Sachen Kirchenmusik in Eschenbach positiv in die Zukunft: Die Verschmelzung von Kirchenchor und Singkreis hat nicht nur den "Chor der Pfarrei" hervorgebracht, sondern auch einige neue Sänger angelockt. Bild: rn

Kirchenchor und Singkreis gehören der Vergangenheit an. Die beiden sangesfreudigen Gemeinschaften bilden seit kurzem als "Chor der Pfarrei" eine Einheit. Das Beispiel umliegender Pfarreien, in denen es durch fehlenden Sängernachwuchs zur Auflösung von Chören kam, findet in Eschenbach keine Nachahmer.

"Bisher hatten die beiden Gemeinschaften eine unterschiedliche Ausrichtung", erklärt deren Chorleiter Joachim Steppert. Die traditionelle klassische Kirchenmusik ordnete er dem Kirchenchor zu, bei dem sich jedoch das Problem einer hohen Altersstruktur stellte. Der wesentliche jüngere Singkreis widmete sich dagegen vor allem dem neuen geistlichen Lied. Der neue "Chor der Pfarrei" soll nun möglichst beide Richtungen abdecken.

Sichtlich erleichtert spricht Steppert von einer "erfreulichen Wirkung gegen den Trend" und erklärt: "Der Singkreis hat komplett mitgezogen und sich in die neue Gruppe integriert. Singen hält zusammen." Das junge Ensemble befinde sich zwar noch in der "Probezeit", der Leiter blickt jedoch positiv in die Zukunft. Grund sind die im Zuge der Fusion erfolgten Neubeitritte, die ihn überrascht und zugleich erfreut haben.

Kirchenchor und Singkreis wechselten sich bisher jede Woche mit der Probe ab. Die neue Struktur ermöglicht nun wöchentliche Proben, wie sie ganz früher auch beim traditionsreichen Kirchenchor üblich waren. Steppert verspricht sich dadurch eine größere Kontinuität.

Er gesteht den Sängern allerdings auch die Möglichkeit zu, aus beruflichen oder familiären Gründen eine Auszeit zu nehmen. Vorrangiges Ziel sei es, kirchliche Feste zu gestalten. Zudem werden weitere Projekte, auch unter Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen möglich, betont der Chorleiter. Gelegentlich werde das Ensemble im gewöhnlichen Sonntagsgottesdienst zu hören sein.

Taizé-Gesänge, schlichte Chorsätze, klassische MusikIn der Karwoche und an Ostern umrahmt der "Chor der Pfarrei" drei Gottesdienste mit Beiträgen unterschiedlicher musikalischer Stilrichtung. Im Abendmahlsgottesdienst am heutigen Gründonnerstag kommen um 19 Uhr Gesänge aus Taizé und neue geistliche Lieder zum Vortrag. Die Karfreitagsfeier vom Leiden und Sterben Christi begleitet das Ensemble mit schlichten Chorsätzen mit Anbetungscharakter zur Kreuzverehrung.

Durch klassische Musik wird der Festgottesdienst am Ostermontag um 9 Uhr geprägt sein. Es erklingen die "Missa St. Joannis de Deo" von Joseph Haydn (1732 bis 1809) und weitere festliche Chorsätze, unter anderem von Christopher Tambling (1964 bis 2015), für Chor und Orgel. Letztere wird Walter Thurn spielen. (rn)
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