Viele Erstspender in Eschenbach
133 Blutsbrüder

Hildegard Schmid beim Aderlass. Seit sie 18 Jahre alt ist, spendet die Tremmersdorferin Blut. Bild: rn

Angst vor der Nadel hatten selbst die Erstspender nicht. Über die große Bereitschaft zum Aderlass freuten sich die Organisatoren vom BRK in diesem Jahr besonders. So viele Spender wie bei diesem Termin gab es schon lange nicht mehr. Verantwortlich dafür macht Siegfried Luber das Internet.

Schwankte die Zahl der Blutspender seit 2007 zwischen 64 und maximal 108, wertet Luber die jüngste Zahl mit 133 Spendern als Traumergebnis. Vor allem Jüngere seien bereit gewesen, Blut zu spenden. Den Grund dafür vermutet er in einer Facebook-Werbung, die vor allem die jüngere Generation angesprochen haben dürfte.

Der stellvertretende Bereitschaftsleiter spricht von "neuen Gesichtern" und auffallend vielen Jugendlichen, die das Einstiegsprozedere über sich ergehen ließen. Viele von ihnen waren Erstspender. Luber und Bereitschaftsleiterin Marina Müller hoffen, dass ihnen die 24 Erstspender bei künftigen Blutspendeterminen die Treue halten. Mit Blick auf die vergangenen Jahrzehnte misst er der aktuellen Zahl einen besonderen Stellenwert bei. "Zwischen 1988 und 2015 zählten wir während eines Jahres nur zwischen fünf und 25 Erstspender", erinnert sich Luber. Nach nur zehn Erstspendern bei den drei vorangegangen Spendeterminen 2016 hofft er, dass das aktuelle Ergebnis keine Eintagsfliege bleibt.

Luber wertet die jüngste Steigerungsrate auch insgesamt als "Zeichen gegen Gleichgültigkeit". Die Zahl von 133 Spendern wurde in den vergangenen Jahrzehnten nur zweimal übertroffen: am 20. April 2004 mit 137 und am 26. Januar 1988 mit 141 Spendern. Negativrekorde gab es am 12. April 2016 mit 64 und zwischen Juli 2012 und April 2014 mit viermal 74 Spendern.

Irmgard Luber berichtet von einem langjährigen Spender, der wieder nach Hause ging, um die Wartezeit anders zu nutzen. "Als er gegen 20 Uhr den vereinbarten Anruf erhielt, war er sofort wieder zur Stelle", versichert sie. Sie hat auch beobachtet, wie "alte Hasen" den Erstspendern Ratschläge erteilt haben. Zu den Ersten des Blutspendetages gehörten Hildegard Schmid (Tremmersdorf) und Josef Fraunholz (Eschenbach). Fraunholz verwies mit Stolz auf seine Karteikarte, auf der bereits 128 Spenden vermerkt sind.

Da er die seltene Blutgruppe 0 hat, weiß er um deren Bedeutung für Kranke und Verletzte. "Ich werde dem BRK bis zum Erreichen der Altersgrenze meinen Lebenssaft zur Verfügung stellen", kündigt er an. "Ich spende seit meinem 18. Lebensjahr, unterbrochen nur durch die Kinderzeit", erinnert sich die Tremmersdorfer Gastwirtin Hildegard Schmid. Der Anstoß dazu kam aus dem Freundeskreis. "Mir ging es nach der Spende immer gut, ich hatte nie Probleme", versichert sie. Sie kann nicht nachvollziehen, warum manche Jugendliche ängstlich sind. (Hintergrund)
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