Von Samstag bis Montag wird gefeiert
Kirwa-Fans in den Startlöchern

Wer der altdeutschen Schrift mächtig ist, kann sich am Lesen versuchen: Mädchenlehrer Johann Großkopf beschrieb Mitte des 19. Jahrhunderts, wie es zum Termin des Kirchweihfestes der Eschenbacher Stadtpfarrkirche kam und welche Gepflogenheiten jahrhundertelang zur Kirchweihzeit herrschten. Repro: rn

Emsiges Treiben herrscht beim Eschenbacher Kirwa-Verein: Seine Mitglieder bereiten sich intensiv auf die dreitägige Kirchweih vor. Gefeiert wird von morgen, Samstag, 26., bis Montag, 28. September.

Lange lag das Kirchweihgeschehen in der Rußweiherstadt in einem Dornröschenschlaf. Der Kirwa-Verein hat es wieder zum Leben erweckt. Vor zwei Jahren spontan gegründet, setzt er neue gesellige Akzente. Diese konzentrierten sich bisher auf das Vereinslokal Wolfram, ein Zelt davor und die Fläche neben der Mariensäule.

"Auferweckungsfeier"


In der Jahreshauptversammlung hat Vorsitzender Sebastian Wohlrab aber "neue Wege" angekündigt: Ein Teil der Kirchweih-Feierlichkeiten wird in die Halle des ehemaligen Feuerwehrhauses verlegt. Beispielsweise wird dort am morgigen Samstag um 17.30 Uhr die "Auferweckungsfeier" beginnen. Dazu gehört auch das Kirwa-Ausgraben auf der Grünfläche vor der Gaststätte Wolfram und das Aufstellen des Kirwa-Baumes dort. Danach stehen für Aktive und Gäste im nahen Feuerwehrhaus Stärkungsmittel bereit: "ESBier" als flüssiges Brot sowie Krenfleisch, Schweinebraten und Brotzeiten. Den musikalischen Ton gibt die Band "Zu(t)dritt" an.

Gemäß überliefertem Brauchtum beginnt der Sonntag mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Laurentius. Ihm geht ein Kirchenzug vom Rathaus zur Pfarrkirche voraus. Angeführt wird er von der Stadtkapelle. Die Musiker gestalten auch den Festgottesdienst um 9 Uhr und den anschließenden Weißwurstfrühschoppen.

"Dorfmusi" spielt auf


Am Nachmittag startet das weitere Kirwageschehen um 14.30 Uhr mit Kaffee, Kuchen und musikalischer Unterhaltung. Als Garanten für eine "solide Unterlage" sind später Grillgerichte angekündigt: Ein stimmungsvoller Abend kann beginnen.

Am Montag lädt der Kirwa-Verein ab 18 Uhr zum Kirchweih-Ausklang. In der geräumigen Halle des ehemaligen Feuerwehrhauses spielt die "Vorbacher Dorfmusi" auf. Das obligatorische Kirwa-Eingraben wird, wie in den Vorjahren, die Stimmung dort nur kurz unterbrechen.

Einen Monat lang KirchweihfriedeDie Kirchweih steht in Zusammenhang mit dem Gedenktag des Apostels und Evangelisten Matthäus am 21. September. Mädchenlehrer Johann Großkopf schreibt dazu in seiner 1844/1845 verfassten Schrift "Eschenbach - Stadt in der Oberpfalz" auf Seite 22: "1538 den 15. Februar bewilligt Weihbischof Johann zu Regensburg, daß das Kirchweihfest der Pfarrkirche zum heiligen Laurenz in Eschenbach jährlich am Sonntage nach St. Mathäi Tag oder wenn dieser auf einen Sonntag fällt, an diesem Tage gefeiert werde. Der Kirchweihfriede wurde von den frühesten Zeiten bis 1810 also gehalten, dass 14 Tage vor und nach Michaelis die große Glocke geläutet, während dieser vier Wochen alle Nächte die Stadttore geschlossen und durch die hiesigen Bürger abwechselnd Wache bezogen wurde. Während dieser Zeit durfte nicht die mindeste Uneinigkeit weder öffentlich noch in Familienzirkeln bei strenger Arrest- und Geldstrafe vorfallen." (rn)
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