Webcam offiziell übergeben
Kamera für den Horst

Live können nun alle Interessierten den Fischadler in seinem Nest beobachten. Screenshot: esc
 
Stellvertretender Landrat Albert Nickl (von rechts), Dr. Daniel Schmidt-Rothmund, Erich Zehrer, Elmar Pöpperl, Mathilde Müllner, Martin Gottsche, Martin Koppmann, Sebastian Wohlrab, Yul Regler und dritter Bürgermeister Klaus Lehl freuen sich über die neue Webcam am Fischadlerhorst. Bild: rn

Für den Fischadler ist Privatsphäre erst einmal tabu. Eine Webcam ist immer dabei, wenn sich im Horst etwas regt. Und übernimmt eine Vorreiterrolle in einem Naturschutzgebiet.

Die Webcam am Fischadlerhorst im Naturschutzgebiet Großer Rußweiher ist nun auch offiziell übergeben. Auf Einladung von Bürgermeister Peter Lehr fanden sich dazu Vertreter von Fachbehörden, beteiligter Firmen und Kommunalpolitiker im Hexenhäusl ein. Die deutschlandweit erste Webcam für Fischadler in einem Naturschutzgebiet stellt nach Überzeugung aller eine zusätzliche Attraktion des örtlichen Naherholungsgebietes dar, ergänzt das Potpourri an touristischen Angeboten und bietet einmalige Einblicke in die Kinderstube des Fischadlerpärchens. An der Stirnseite der Ausstellungsetage des Hexenhäusls konnten die Gäste auf einer großen Leinwand das Geschehen im Adlernest beobachten.

Naturräume als Schwerpunkt


"Einmal im Jahr solltest du einen Ort besuchen, an dem du noch nie warst." Diese Aussage des Dalai Lama bezog der Bürgermeister auf Stätten der Region, deren individuelle Schönheit und Besonderheit einen Besuch wert sind. Am heutigen Tag gelte es jedoch einen Ort in den Mittelpunkt zu rücken, der zwar schon bestens bekannt ist, mit der Freigabe der Webcam jedoch allen Ornithologen und weiteren Interessierten einen einmaligen Einblick in die Kinderstube des Pandion Haliaetus, des Fischadlers, ermöglicht. Als Ideengeber und Anstoßer des Projekts nannte er Forstamtsrat Martin Gottsche, der in enger Abstimmung mit Dr. Daniel Schmidt-Rothmund (Nabu-Vogelschutzzentrum Mössingen) sowie Martin Koppmann und Mathilde Müllner vom Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald das Vorhaben verwirklicht hat. Großen Dank sagte Lehr der Unteren und der Höheren Naturschutzbehörde sowie dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, "die für eine Förderkulisse von 80 Prozent sorgten". Nach Anmerkungen zu den Arbeiten der örtlichen Firmen kündigte er an, dass die Firma Regler aus Altenstadt am Oberseemönch noch eine Informationstafel zum Fischadler anbringen wird. Den Applaus für alle Genannten verband Klaus Lehl mit der Übergabe von Eschenbacher Künstlertassen.

Im Namen von Landrat Andreas Meier gratulierte Albert Nickl der Stadt Eschenbach und der Region zur Webcam. Er bezog sich auf erfolgte Fördermaßnahmen und resümierte: "Die Naturräume in und um Eschenbach nehmen im westlichen Landkreis seit Jahren einen Schwerpunkt der Naturpark-Arbeit ein." Mit Blick auf die kleine Adlerpopulation, die vor rund zehn Jahren im Gebiet des Truppenübungsplatzes begonnen hatte und auf die als Bestandssicherung gedachte Errichtung der Nesthilfe am Obersee im Jahr 2009, lobte Nickl den Freistaat Bayern für die großzügige Unterstützung dieses Naturparkprojekts.

Stadt zahlt 5000 Euro


Ein zweites Lob galt der Stadt Eschenbach für die Übernahme von 5000 Euro der etwa 26 000 Euro Gesamtkosten. Sie mache mit diesem Projekt die Naturparkarbeit für die Bevölkerung greifbar. Ein "ganz dickes Lob" richtete er an Fachbehörden und Beteiligte und wünschte sich, dass die Technik der Webcam immer funktioniert, sich in der Kinderstube des Adlerhorstes immer etwas tut und das Naturschutzgebiet vielen Besuchern seine Wunder zeigen kann.

Beim anschließenden kleinen Imbiss entwickelten sich rege Gesprächsrunden zu Naturpark, Naturschutzgebiet und Adler. Das Hörfunkprogramm des Bayerischen Rundfunks brachte anschließend Informationen über den Adlerhorst mit Beiträgen von Martin Gottsche und Elmar Pöpperl.

Willkommensgrüße entbot dritter Bürgermeister Klaus Lehl Pfarrerin Anne Utz, Ehrenbürger Vinzenz Dachauer, Stadträten, Repräsentanten der Verwaltungsgemeinschaften Pressath und Kirchenthumbach sowie des Geoparks Bayern-Böhmen. Dank sagte er Diplomingenieur Pöpperl für die Elektroplanung und den ausführenden Firmen Zehrer, Wohlrab und Regler. Dr. Daniel Schmidt-Rothmund hat sich in seiner Promotionsarbeit mit den Fischadlern in Mitteleuropa befasst und seit Jahren die Bruttätigkeit der Eschenbacher Adler mit großem Interesse verfolgt.
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