Weiberfasching
Närrinnen geben Vollgas

Ob Pipi Langstrumpf oder Engel: Einfallsreich kostümiert und teils mit buntschillernder Haarpracht erschienen die Besucherinnen zur "Ladies Night".

"Weiberfasching kommt für mich gleich nach Heiligabend." Nicht nur Elisabeth Eißner geht es anscheinend so, wie das farbenprächtige Treiben an Weiberfasching "beim Scherm-Karl" bewies. Die Besucherinnen dort gaben Vollgas - wie auch der "Boarische-Buam-Xpress". Er gönnte der Damenwelt keine Pause.

Zur Eröffnung der Faschingsgaudi nahmen die Vorsitzenden von Frauenbund und Frauen-Union, Monika Stopfer und Susanne Schug, alle aufs Korn, die müde zu Hause geblieben waren: "Wenn andere jetzt am Bildschirm sitzen und nicht wie wir beim Tanzen schwitzen, da klingelt's gleich bei mir Alarm - die woll'n g'wiss Kalorien spar'n."

Die Musiker kündigten zu Hits von Peter Cornelius und Wolfgang Petry ein lockeres Aufwärmtraining an. In der wogenden Menge trafen Hula-Mädchen auf Squaws, Teufelchen auf Engel, die "Blue Sisters" von Al Capone auf venezianische Masken, Blumen- und Gemüsemädchen auf Pipi Langstrumpf und Nachthemd auf viel Netz.

Ein triumphales Willkommen bereiteten die Närrinnen dem Eschenbacher Prinzenpaar Marina I. und Florian I. Kaum hatte allerdings die Prinzessin das Wort, stürmte Gardemädchen Ronja mit einem lauten Schrei in den Saal und kürzte dem überraschten Prinzen die Krawatte. Zustimmung fand Elisabeth Eißner als Kommandeuse der Faschingsgesellschaft mit ihren Versen: "An Weiberfasching wünscht man sich Unendlichkeit. Doch seid getrost, Weltgebetstag der Frauen ist nicht mehr weit. Und im März werden wir gewürdigt im Land, am Weltfrauentag, das ist bekannt. Doch wie schrecklich, wenn dann im Mai, im Wonnemonat, der Muttertag ist vorbei, dann gibt's nur noch Alltagsmeierei. ... In 383 Tagen, am 23. Februar 2017, ist's wieder so weit! Bis dahin ein dreifach donnerndes Helau auf alle echten Frauen in diesem Bau!"

Erster Höhepunkt des Abends war der Auftritt der Prinzengarde, die ihren Garde- und später ihren Showtanz zeigte. Als bei einer Zugabe die Technik versagte, wurde "Liesel" spontan zur Chorleiterin und stimmte mit allen im Saal "Freude schöner Götterfunke" an - die Situation war gerettet. Hüftenschwingend und mit viel "Akrobatik" gewannen die "Ruß-Weiber" die Herzen der Mädels. In Sachen Männerballett hatte Eißner einen Traum: "Diese Buben treten in Auerbach bei den Oberpfälzer Gaudimeisterschaften an - und sie werden gewinnen."

Mit "Helau auf alle Weiber, die heute in Deutschland feiern" beendete sie die Auftritte der Faschingsgesellschaft. Doch die Nacht war noch lang. Der Eschenbacher Weiberfasching war erneut ein Stück Kulturpflege, vergessen war die DJ-Leistung vom Vorjahr.
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