Weihbischof Dr. Josef Graf beim Dekanatstag in Eschenbach
Für Nöte des Nächsten öffnen

Mit Weihbischof Dr. Josef Graf (in der Mitte am Altar) begingen Dekan Thomas Jeschner und viele weitere Seelsorger in Eschenbach den Dekanatstag. Der Abendveranstaltung im Pfarrheim ging ein feierlicher Pontifikalgottesdienst in der Stadtpfarrkirche St. Laurentius mit dem Gast aus Regensburg als Hauptzelebranten voraus. Bild: do

Glauben und Barmherzigkeit gehören zusammen. Darüber zu reden sei aber erst ein Anfang, sagt Dr. Josef Graf. Beim Dekanatstag in Eschenbach appellierte der Regensburger Weihbischof an Seelsorger und Gläubige gleichermaßen, Gottes Barmherzigkeit anzunehmen und sie zu einem Werk- zeug des täglichen Lebens zu machen.

Es war ein festlicher Tag. Die weiß-gelben Kirchenfahnen kündeten von einem besonderen Ereignis: Erstmals besuchte auf Einladung von Dekan Thomas Jeschner Weihbischof Dr. Josef Graf die Rußweiherstadt. Offizieller Anlass war der Dekanatstag, ein Treffen der Seelsorger und der ehrenamtlichen Kräfte aus den Pfarreien im Dekanat Neustadt/WN.

Ein erster Höhepunkt war der feierliche Pontifikalgottesdienst in der Pfarrkirche St. Laurentius. Zahlreiche Priester versammelten sich im Altarraum, als Dekan und Stadtpfarrer Thomas Jeschner Weihbischof, Mitbrüder, Pfarrgemeinderäte und Gläubige begrüßte und der Chor mit einem "Wir wollen alle fröhlich sein" in das Halleluja der österlichen Zeit einstimmte.

Geheimnis neu entdecken


Nach einem Text aus dem Johannes-Evangelium - "Jesus aber sprach, 'ich bin das Brot des Lebens'" - richtete Dr. Josef Graf in seiner Predigt den Blick auf das von Papst Franziskus ausgerufene Heilige Jahr der Barmherzigkeit. Er beschrieb die Initiative des Heiligen Vaters als Wegweiser, den Weg der Barmherzigkeit zu gehen. Auf Gott zu blicken und in das Antlitz Jesu Christi zu schauen, dieses Geheimnis der Barmherzigkeit gelte es stets neu zu entdecken, empfahl der Prediger. "Wir sind aufgerufen, die umfassende Liebe und Barmherzigkeit Gottes zu betrachten und auf uns wirken zu lassen."

Zugleich appellierte der Weihbischof an die Gottesdienstbesucher, im Antlitz des Gottessohnes die Barmherzigkeit Gottes zu finden und sich selbst für die Sorgen und Nöte des Nächsten zu öffnen. Er empfahl dazu einen Blick in das Evangelium, das viele Beispiele der Güte Jesu im Umgang mit den Menschen aufzeige.

"Boten der Barmherzigkeit"


"Jesus hatte ein Auge für die Ausgestoßenen" erklärte Graf und erinnerte an das Evangelium nach Lukas: "Freut euch über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über 99 Gerechte, die es nicht nötig haben, umzukehren." Alle Gläubigen lud er ein: "Lasst diese Freude im gegenseitigen Umgang verspüren und werdet dadurch zu Boten göttlicher Barmherzigkeit."

Der Weihbischof ergänzte diesen Appell zu Hilfsbereitschaft, Güte und Barmherzigkeit mit dem Leitgedanken des Deutschen Katholikentages vom 25. bis 29. Mai in Leipzig. Das Leitwort des Treffens "Seht, da ist der Mensch" fordere alle Gläubigen dazu auf, auf den Menschen zu schauen und ihn mit seinem Wert und seiner Würde als Maßstab des eigenen Handelns und Gestaltens zu nehmen.

Die Schwachen im Blick zu haben mit ihrem Leid und ihren Sorgen und sich von diesen Menschen herausfordern zu lassen, laute der solidarische Auftrag. Dazu diene auch die Woche der Brüderlichkeit, erklärte Dr. Josef Graf.
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