Werner Zwillich hält Fachvortrag vor Teilnehmern am Honigkurs
„Aus der Wabe direkt ins Glas“

Honig wird in Deutschland streng kontrolliert. Nur wenn auf sämtlichen Produktionsebenen alle Grundsätze eingehalten sind, gibt es das Gütesiegel "Echter Deutscher Honig", betonte Fachberater Werner Zwillich (links). Anton Schönberger, der Eschenbacher Imker- vorsitzende, dankte ihm für seinen Fachvortrag vor den Kursteilnehmern als Voraussetzung für den Erhalt des Zertifikats. Bild: gpa

Strenge Regeln herrschen bei den Bienenzüchtern. Für Jungimker ist es kein "Honiglecken", bis sie ihr Erzeugnis mit dem heiß begehrten Prädikat "Echter Deutscher Honig" versehen und damit selbst vermarkten können. Ein Kurs zum Erwerb eines Zertifikats ist Voraussetzung.

Was ist Honig, wie wird er gewonnen? Wie muss Honig behandelt werden, damit die Qualität erhalten bleibt? Was sind die Voraussetzungen, damit er selbst vermarktet werden kann? Das waren nur einige Themen, die bei einem Kurs behandelt wurden, zu dem der Imkerverein eingeladen hatte.

Im Imkerbund-Glas


Dabei gab es eine umfangreiche Aufklärung hinsichtlich Behandlung und Pflege des selbst produzierten Honigs. Der Erwerb des Zertifikats berechtigt die Bienenzüchter zum Verkauf ihres Honigs im Glas des Deutschen Imkerbundes und zum Erwerb seiner Gewährverschlüsse.

Referent im Kleintierzüchterheim war Werner Zwillich, der Fachberater für Bienenzucht in der Oberpfalz vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Amberg. Dass trotz des Schmuddelwetters sehr viele junge Imker, unter ihnen auch einige Damen, Interesse an der wichtigen Fortbildung zeigten, bewertete Vorsitzender Anton Schönberger als ein positives Zeichen - nicht nur für die Bienenzucht, sondern auch für die Zukunft des Imkervereins.

"Honig ist ein flüssiges Lebens- mittel, das von Bienen erzeugt wird", zitierte Fachberater Werner Zwillich zu Beginn seines ausführlichen Vortrags aus der Deutschen Honigverordnung. Honig könne draußen in der Natur nicht geerntet werden. Erst durch körpereigene Sekrete werde der Nektar von den Bienen in Honig verwandelt. Wichtig dafür sei Honigtau an den Bäumen und der Nektar aus den Blüten. Diese Pflanzensäfte seien der "Grundstoff, der weitergereicht, getrocknet und schließlich Honig wird".

"Sonderstellung"


Ausführlich erklärte der Fachberater diesen Vorgang, von der Aufnahme der Rohstoffe über die chemische Veränderung bis hin zur Trocknung und Lagerung. Über Proteine, Enzyme, Säuren, Aroma- und Fremdstoffe, Rückstände, Lagerungstechniken und -schäden informierte der Referent dabei ebenso wie über HMF. Die Substanz aus Fruchtzucker entsteht dann, wenn Honig höheren Temperaturen ausgesetzt wird.

"Honig nimmt als eines der letzten, völlig naturbelassenen Lebensmittel eine Sonderstellung ein, da Honig praktisch aus der Wabe direkt ins Glas abgefüllt wird", definierte der Experte das begehrte Bienenerzeugnis. Er wies auch darauf hin, dass die Bereitstellung von Qualität einiger Grundsätze bedürfe. Dies gelte insbesondere für die Führung der Bienenvölker, die Hygiene im Schleuderraum und die Lagerung des geschleuderten Honigs.
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