Zeitung macht Schule
Geheimnisse der Energiewende

So trocknete der Friseur früher die Haare seiner Kunden. Bild: hfz

"Energiewende geht nur Erwachsene etwas an" - stimmt das so? Wir, die Schüler der Klasse 7M der Markus Gottwalt-Mittelschule-Eschenbach, wissen es jetzt.

Eschenbach/Theuern. Statt den Physiksaal haben wir nämlich zusammen mit unserem Klassenlehrer Hubert Wolf und auf Einladung des Bayernwerks das Strommuseum in Theuern besucht. Denn durch das Projekt "Zeitung macht Schule" lasen wir täglich nicht nur SMS, sondern auch die Zeitung, und erfuhren, dass Energie ein Dauerthema in der Welt der Erwachsenen ist. Bald fragten wir uns: "Was geht uns das an? Wir verstehen nichts davon und die machen ja doch, was sie wollen."

Seit 110 Jahren


So besuchten wir an einem Schulvormittag das Museum und glaubten, dort nur etwas über die "Vergangenheit des Stroms" zu erfahren. Dies war jedoch nur teilweise richtig. Johanna Baumann, die im Auftrag der Bayernwerk AG die Führung leitete, erzählte natürlich etwas darüber, dass es Elektrizität in der Natur schon immer gibt, etwa in Form der Blitze. Sie berichtete auch, dass wir Menschen sie erst seit rund 150 Jahren erzeugen und seit rund 110 Jahren technisch nutzen.

Am Anfang dachte man damals nur an Licht und Wärme. Pioniere brachten den Strom dann in unsere Oberpfälzer Heimat, beispielsweise Josef Dostler, der in bei Weiden als erster ein Wasserkraftwerk baute und in der Stadt eine große Diskussion darüber auslöste, ob man die Gaslaternen durch elektrisch betriebene Straßenlampen ersetzen sollte. Bald versuchten unsere Vorfahren, den Strom möglichst vielseitig zu nutzen, und erfanden elektrische Geräte wie ein Röntgengerät für Zahnärzte (1920) oder eine Haartrockenhaube (1940), die auf uns eher den Eindruck von Folterwerkzeugen machten.

Deshalb näherten wir uns ihnen nur, nachdem wir wirklich sicher waren, dass sie nicht mehr angeschlossen sind. Wie arbeitserleichternd- und zeitsparend viele dieser Geräte trotz alledem waren, erfuhren wir am Beispiel des Wäschewaschens.

Nach diesen historischen Geräten näherten wir uns der Gegenwart. Auf großen Landkarten konnten wir ein Netz unterschiedlich leistungsstarker Hochspannungsleitungen erkennen. Die großen Stromtrassen lassen sich, so wissen wir jetzt, mit vielspurigen Autobahnen vergleichen. Dort sind statt Autos riesige Mengen an Stromteilchen unterwegs.

Grob kann man sagen, je mehr und größere Isolatoren an den Masten, desto mehr Strom wird auf der Trasse übertragen. Je näher diese Leitungen unseren Häusern kommen, desto kleiner wird die Spannung, angegeben in Volt. Braucht die Allianz-Arena noch eine 20-Kilo-Volt-Leitung so wird ein Wohnhaus mit 400 Volt Niederspannung versorgt.

Damit immer genügend Strom im Netz ist für Licht, warmes Essen, besonders Handy, Computer, Fernseher und was sonst im Leben eines Jugendlichen noch wichtig ist, muss in jeder Sekunde eines Jahres ausreichend Strom der nötigen Qualität produziert werden. Dies übernahmen früher und zum Teil auch heute noch große zentrale Kraftwerke, die mit Kohle oder Kernbrennstäben betrieben werden. Mit Atomkraft gab es aber auch große Probleme, etwa in Tschernobyl und Fukushima.

Mix macht's


In Deutschland wurde deshalb vor einigen Jahren die "Energiewende" ausgerufen. So einfach ist sie jedoch nicht, denn die regenerativen, also erneuerbaren Energieträger funktionieren nicht immer. So versucht man heute, auf möglichst verschiedenen Wegen Strom zu erzeugen. Man nennt das "Energiemix".

Zu teuer sollte der Strom dabei aber auch nicht werden. Wir rechneten aus, dass eine Fritteuse mit 2000 Watt Leistung in einer Stunde Stromkosten von zirka 60 Cent verursacht. Strom zu sparen kann sich also auch für uns lohnen, denn wir wollen doch auch Geld für Klamotten, Kino und die anderen Dinge haben, die uns wichtig sind. Wenn wir über all das nachdenken, geht uns das Thema Energie sehr wohl etwas an. Wir wissen nun viel mehr darüber und können in Zukunft besser mitreden.

Klasse 7M der Markus-Gottwalt-Mittelschule Eschenbach
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