Beim Chip-Wettbewerb
Zwei Gymnasiasten schlagen Alarm

Wird gemacht: Lukas Heindl (links) und Maximilian Melzner arbeiten tatsächlich an der Erfindung ihres eigenen Chips. Im Herbst muss ihre Anwendung fertig sein. Bild: hfz

Maximilian Melzner (16) und Lukas Heindl (17) haben was gegen Einbrecher: Ein Mikrochip soll es Langfingern deutlich schwerer machen. Mit ihrer Erfindung traten die beiden Gymnasiasten beim Wettbewerb "Invent a Chip" an - und überzeugten die Jury.

Maximilian Melzner und Lukas Heindl vertraten das Gymnasium Eschenbach beim Wettbewerb "Invent a Chip". "Der Einbruchsmelde-Chip soll besonders die Sicherheit von Türen und Fenstern vergrößern. Dies soll durch diverse Sensoren am Fenster geschehen, wobei eine Lichtschranke wohl die bekannteste Lösung darstellen dürfte", erklärt das Duo seinen Beitrag. Der kam gut an. In der aktuellen Runde setzten sich die beiden Schüler in einem Feld von rund 2600 Teilnehmern durch.

Der Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und des Technologieverbands VDE steht unter dem Motto "Internet der Dinge". Aus 3000 Schulen beteiligen sich Schüler der Klassen acht bis dreizehn. Der Anteil der Frauen liegt bei 34 Prozent. "In diesem Jahr feiern wir das 15. Jubiläum. Mehr als 25 000 Jungen und Mädchen haben sich in den vergangenen Jahren mit 6500 Chip-Ideen an unserem Wettbewerb beteiligt und so die Mikroelektronik entdeckt", sagt Ansgar Hinz, VDE-Vorstandsvorsitzender.

Ein Chip für mehr Fenster


Den Vorteil ihres Projektes sehen die Schüler aus Eschenbach darin, dass es kaum Alarmanlagen gebe, die mit mehreren Sensoren arbeiten. "Ein Magnetsensor an der Fensterinnenseite stellt fest, ob das Fenster geöffnet wird", beschreiben die Gymnasiasten. Außerdem soll ein Erschütterungssensor erkennen, ob das Glas eingeschlagen wird. Sobald ein Sensor ausgelöst wird, gibt es einen akustischen Alarm. Ein Chip soll dabei mehrere Fenster überwachen.

"Es gibt sehr kreative Ideen von der autarken Energieversorgung über die automatische Babywiege bis zum intelligenten Bücherregal. Mit Key Safe soll beim Verlassen der Wohnung an den Haustürschüssel erinnert werden und ein Team entwickelt einen intelligenten Rollator", sagt Hinz.

Zehn Teams nahmen Ende April an einem Workshop der Leibniz Universität Hannover am Institut für Mikroelektronische Systeme (IMS) teil. Experten vermittelten, wie sich erste Schritte zum eigenen Mikrochip gehen lassen. Bis zum Herbst haben die Teilnehmer Zeit, ihre Projekte weiterzuentwickeln. In einem Forum tauschen sie sich untereinander und mit Fachleuten aus. Die besten Entwürfe werden am 7. November beim VDE-Kongress in Mannheim vorgestellt.

Kompetenz und Kontakte


Maximilian Melzner und Lukas Heindl nutzen diese Chance: "Wir freuen uns besonders auf die Technik, die uns zur Verfügung gestellt wird, und die Möglichkeit, mehr über das Chip-Design zu erfahren. Wir haben trotz unseres Informatikunterrichts keine Vorkenntnisse."

Das Mitmachen lohnt sich für die jungen Chipentwickler. Die Sieger erwartet neben Geldpreisen die Aufnahme ins Auswahlverfahren für ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes und Kontakte zu Industrie und Hochschulen. Viele Teilnehmer von "Invent a Chip" haben dabei ihren Traumberuf gefunden und sich für ein Studium der Elektrotechnik entschieden.
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