Stadt lädt Führungskräfte zum zweiten Unternehmer-Stammtisch
Chefs tauschen sich aus

Michael Wagner, Wolfgang Schuller und Reinhold Gietl (von links) waren die Referenten beim zweiten, von der Stadt Eschenbach organisierten Unternehmer-Stammtisch. Bild: rn

Neue Gewerbegebiete, Softwarelösungen und Energieeinsparungen als Stammtisch-Themen: Möglich machte diese ungewöhnliche Gesprächsrunde die Stadt Eschenbach. Sie hatte Führungskräfte ortsansässiger Unternehmen und Handwerksbetriebe, Selbstständige und sonstige Dienstleister ins Restaurant "Rußweiher" geladen.

Ziel war ein gegenseitiges Kennenlernen, um etwaige Synergieeffekte bei möglichen gemeinsamen Handlungsfeldern zu erkennen und diese unter Umständen später auch zu nutzen. Daneben sollte der zweite Unternehmer-Stammtisch dazu dienen, Vertretern der Stadt mitzuteilen, wo die Kommune zur Verbesserung von Betriebsabläufen unterstützend tätig sein kann.

Repräsentanten von 14 Betrieben entbot Bürgermeister Peter Lehr diesmal ein herzliches Willkommen. Da unter den Teilnehmern auch Führungskräfte weilten, die nicht über den Kenntnisstand der "Eingeborenen" verfügen, gab er eine Kurzvorstellung der Rußweiherstadt mit ihren zur Zeit 3918 Einwohnern und rund 3000 Amerikanern im Ortsteil Netzaberg. Bei einer Videopräsentation zeigte er Naherholungsgebiete, Schulen, Kindergarten, Ferienbetreuung, Freizeit- und Bildungsangebote, Infrastruktur, die Ergebnisse von 20 Jahren Altstadtsanierung und die größeren Unternehmen, "auf die wir stolz sind".

Individuell große Parzellen


Das künftige 8,2 Hektar große Gewerbegebiet "Am Stadtwald-Nord" und seine Erschließung erläuterte Michael Wagner vom Planungsbüro Schultes aus Grafenwöhr. Die Grundstücke, deren Größe dem individuellen Bedarf angepasst wird, sollen bereits in einem Jahr bebaubar sein. Die Erschließungskosten schätzte der Planer auf 2,5 Millionen Euro. Ergänzend informierte der Bürgermeister über Glasfaser- und Gasversorgung. Der Grundstückspreis werde sich am bisherigen Niveau von fünf Euro pro Quadratmeter orientieren.

Möglichkeiten zur Visualisierung von Unternehmensstrukturen stellte Wolfgang Schuller vor. Der Geschäftsführer und Gründer der vor 20 Jahren in Nürnberg eröffneten Firma Igentis sprach von ihr als einem weltweit tätigen Nischenunternehmen für Software zur automatischen Erstellung von Organigrammen. Der Referent mit Kirchenthumbacher Wurzeln rief dazu auf, Nutzen aus Daten zu ziehen und diese auszuwerten, um im Unternehmen Transparenz zu schaffen, Schlüsse zu ziehen und zu steuern. Schuller sprach dabei von Möglichkeiten in Personalcontrolling, Layout und Design.

Mit Energieeinsparungen im Unternehmen am Beispiel der Firma Pilkington befasste sich Reinhold Gietl. Der Konzern mit insgesamt 27 000 Mitarbeitern in 28 Ländern verfüge in seinem Werk in Weiherhammer auf 40 Hektar Betriebsfläche über die "komplizierteste Produktbreite". Als Produktbeispiele nannte er Lieferungen an die Automobil- und Bildschirmbranche, aber auch für die Reichstagskuppel in Berlin. Der Konzern besitze beziehungsweise sei beteiligt an 49 Floatglaslinien auf 4 Kontinenten.

Technologiezentrum


Der Werksleiter sah in Weiherhammer ein zertifiziertes "Pilotwerk in Sachen Energiemanagement" mit einem ständigen Interesse an wirtschaftlich darstellbaren Projekten, insbesondere dem Abwärme-Entzug. Zu Einsparpotenzialen zählte er den Umbau auf LED-Beleuchtung, wirkungsvolle Frequenzumrichter-Technik, Energiemanagement und -software, Optimierung von Druckluft, Abwärmenutzung und Gasvorwärmung.

In seinem Schlusswort würdigte Bürgermeister Peter Lehr die Schaffenskraft der ortsansässigen Betriebe. Franz Koppe fragte wegen weiterer Ansiedlung von Unternehmen der Hochtechnologie nach, wie sie bereits einmal im Gespräch waren. "Ideen und Gespräche zu einem Technologiezentrum laufen", versicherte Lehr. Nach der Erweiterung des Gewerbegebiets solle die Umsetzung angegangen werden.
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