Gut Aiderbichl: Zu Besuch auf dem Gnadenhof von Familie Meckl
Wo Tiere Schwein haben

Michael Meckl liebt seine Schützlinge. Hier füttert er die Ponys Susi, Sinti, Samurai und Blacky. Bild: gz
Kultur
Eslarn
05.12.2014
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Zunächst war die Landwirtschaft der Familie Meckl nur eine Unterstellmöglichkeit für Pferdeliebhaber. Daraus entwickelte sich eine Filiale des Gutes Aiderbichl mit 112 Tieren, der bereits einige Rösser vor dem Metzger gerettet hat.

Der Gnadenhof der Meckls ist allerdings kein Besucherhof wie das Hauptgut Aiderbichl "Henndorf" bei Salzburg oder in Iffeldorf und Deggendorf, aber auch hier steht das Wohl der Tiere an oberster Stelle. In den vergangenen Monaten hat die Familie in der jüngsten der 21 Aidelbichl-Filialen etliche verletzte, vernachlässigte und todgeweihte Rinder, Pferde, Ziegen und Schafe aufgepeppelt, so dass sie einen schönen Lebensabend haben.

Die Tierliebhaber sind der 22-jährige Michael Meckl und seinen Eltern Christa und Michael. Finanziert wird das Aiderbichl-System durch Besuchereintritte, Patenschaften, Spenden, Schenkungen, Erbschaften und Einnahmen aus der Gastronomie.

Spenden leicht gemacht

"Wer etwas für die Tiere geben möchte, braucht sich nur mit einem der Güter in Verbindung setzen", sagen die Meckls. Eine Fernsehsendung über das Gut Aiderbichl "Henndorf" hat Michael vor einigen Jahren so fasziniert, dass er eine Filiale einrichtete.

Aiderbichl-Gründer Michael Aufhauser und Geschäftsführer Dieter Ehrengruber waren bei einer Vorortbesichtigung. Für Eslarn sprachen das großzügige Areal und die Vertrautheit der Meckls mit Tieren von klein auf.

Am 8. Februar 2013, einen Tag nach dem 21. Geburtstag von Michael Meckl, kam aus Henndorf die Zusage für eine Außenstelle. "Es war für Michael sozusagen ein nachgereichtes und Geschenk", erinnert sich Mutter Christa.

Als erstes Tier traf am gleichen Tag das 13-jährige Hausrind "Schurle" aus Mainburg ein. Nach zwei Jahren wuchs das Gut Aiderbichl Eslarn auf insgesamt 25 Pferde, 54 Rinder, 18 Schafe und 15 Ziegen an. Die Tiere finden auf rund 15 Hektar in den großzügigen Koppeln und Stallungen eine artgerechte Haltung und genießen als betreute Heimbewohner bis zu ihrem natürlichen Lebensende tadellose Pflege.

Großeinsatz wegen Hochwasser

Der erste Großeinsatz für die Eslarner Tierretter stand im Juni 2013 anlässlich des Hochwassers in Deggendorf an. Gemeinsam mit zahlreichen Helfern halfen sie mit, Rinder aus dem Überschwemmungsgebiet zu retten. "Der Deich drohte zu brechen. Wir rannten von Stall zu Stall, um die Tiere vor dem langsamen Ertrinken zu retten." Dabei entstanden viele Freundschaften. Von den geretteten Tieren kamen 16 Rinder auch nach Eslarn.

Auch der 20-jährige Wallach "Wengo", der wie die Boxennachbarin, die 21-jährige Haflingersstute "Ronja", aus einer Reitschule stammt. "Beide hatten ausgedient. Der Metzger wartete bereits." Doch beide hatten Glück, da der Besitzer der Reitschule wechselte und dieser einen Gnadenplatz suchte.

30-jähriger Senior

Das älteste Tier ist zurzeit ein 30-jähriger Wallach, der mit weiteren Artgenossen sichtlich zufrieden in einer Weidekoppel steht. Dankbar ist Michael Meckl junior über die kräftige Hilfe seiner Eltern: "Die komplette Büroarbeit erledigt meine Mutter, so dass ich mich voll dem Wohl der Tiere widmen kann."

In ORF 2 läuft am Samstag, 6. Dezember, ab 20.15 Uhr die Sendung "Advent auf Aiderbichl".
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