Alles ist im Fluss

Günther Schwab und Manuel Zwick (von rechts) informierten in einer Sondersitzung des Marktrats über die Abwassersituation. Bild: fjo
Lokales
Eslarn
23.04.2015
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In der Gemeinde Eslarn fallen täglich etwa 415 Kubikmeter Schmutzwasser an, die sich über ein Kanalnetz von 25 Kilometern auf den Weg zur Kläranlage machen. Beim maroden Kanalsystem besteht aber Handlungsbedarf - seit Jahren.

Die Abwasserbeseitigung war zentrales Thema des Marktrats am Dienstagabend. Einleitend führte Bürgermeister Reiner Gäbl den aktuellen Wasserrechtsbescheid an, der noch bis 2020 gültig sei. Schon darin seien ergänzende Maßnahmen zur Verminderung der Abwassermängel angemahnt: "Jetzt ist der Zeitpunkt erreicht, wo uns das Landratsamt zum Handeln auffordert."

In schlechtem Zustand

Große Teile des Kanalnetzes befänden sich wegen des Alters in einem schlechtem Zustand, und vieles sei in weiten Teilen sanierungsbedürftig. 2011 habe sich der Marktrat zu Prioritäten durchgerungen, und das Schellenbachgebiet auf den ersten Platz gesetzt. Handlungsbedarf sah Gäbl wegen des hohen Fremdwasseraufkommens aus Grundwasser und Quellzuläufen mit einem enormen Anteil zwischen 50 bis 70 Prozent: "Wir zahlen jährlich um die 20 000 Euro Schmutzwasserzuschläge und rund 11 000 Euro Niederschlagsabgabe."

Hinzu kämen erhebliche Betriebskosten durch den Reinigungsprozess, den der Rathauschef insoweit als "sinnlos" kommentierte. Angesichts der Investitionskosten sah er sich veranlasst, die Bürger zu beruhigen: "Die Anlieger im Schellenbach müssen diese immensen Beträge nicht alleine schultern." Zu weiterführenden Informationen kündigte er eine Bürgerversammlung an. Erste Vergaben der Baumaßnahmen strenge die Kommune noch heuer an, mit einem Baubeginn im Herbst und einer Fortsetzung im Frühjahr als Ziel.

Nach Vorstellung durch Ingenieur Manuel Zwick informierte dessen Mitarbeiter Günther Schwab die Markträte und die vielen Zuhörer in einem rund dreistündigen Vortrag. Mit der angedachten Maßnahme im Bereich Schellenbach würden die notwendigen Werte zwar nicht erreicht, aber "einen Riesenbatzen" bringe das schon, antwortete Schwab auf die Frage von Eduard Forster. Videoaufnahmen aus der Mittleren Bachgasse beinhalteten neben dem Abwasserkanal die dort bestehende Bachverrohrung. Durchwegs zeigten die Aufnahmen ein kritisches Bild, was ebenso für die Zustände in der Oberen Bachgasse und der Schellenbachstraße gelte, sowie in weiten Teilen der Dr.-Ulrich-Straße und zu einem Drittel in der Hans-Schlemmer-Straße im unteren Teil. Auch die Johann-Wagner-Straße sei betroffen.

Maßnahmen geplant

Damit ging Schwab auf die Planungen über mit einer Neuausführung der Bachverrohrung. Um Anlieger vor Schäden durch Hochwasser zu schützen, seien Maßnahmen im umliegenden Gelände der Schellenbachstraße durch Neumodellierung als größerer Regenrückhaltebereich geplant. Bisherige Überflutungen sollen damit unter Kontrolle gebracht werden. Auch nannte er Wiederherstellungsmaßnahmen an den Straßenoberflächen. "So günstig wie jetzt, kommen die Bürger zu keinem Straßenausbau mehr, auch wenn es teuer ist", plädierte Schwab zu einem Vollausbau der betroffenen Strecken. Eine bereits früher diskutierte Einbindung des Tillyplatzes in die Maßnahme sei nicht geplant.
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