Behörden ändern Meinung hinsichtlich des Tiefbrunnens II in Eslarn - Situation für Betroffene ...
Zickzackkurs beim Wasserschutz

Die Hinweisschilder "Wasserschutzgebiet" an der Kreisstraße von Eslarn nach Oberviechtach brauchen nicht versetzt zu werden, wenn es nach der Meinung von Landratsamt und Wasserwirtschaftsamt geht. Das Schutzgebiet für den Brunnen I (im Hintergrund neben dem Trafo-Gebäude) soll auch für den neuen Tiefbrunnen II (etwa 80 Meter rechts daneben) ausreichen. Bild: bey
Lokales
Eslarn
06.03.2015
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Die Ausweisung eines Wasserschutzgebiets für den Tiefbrunnen II in Eslarn scheint sich zu einem noch längeren Verwaltungsverfahren zu entwickeln. Das Landratsamt Neustadt hatte bei der Bewilligung die Neufestsetzung des Areals für notwendig erachtet.

Daraufhin hat die Gemeinde für rund 10 000 Euro vom Ingenieurbüro Piewak & Partner die dafür notwendigen Unterlagen, darunter ein geologisches Gutachten erstellen lassen, das die Auswirkungen des neuen Tiefbrunnens auf das bestehende Wasserschutzgebiet deutlich macht. Außerdem wurden mit einem Salzungsversuch und weiteren fachlichen Untersuchungen zusätzliche Erkundungen durchgeführt.

Nicht mehr relevant

Über ein Jahr nach Einreichung der Antragsunterlagen für die Änderung des Wasserschutzgebiets änderte das Wasserwirtschaftsamt Weiden seine Meinung: Eine Modifikation oder Erweiterung des Areals sei nicht mehr relevant. Das Landratsamt bat hatte die Gemeinde noch im Januar 2015 gebeten, ob der Antrag auf Festsetzung des Wasserschutzgebiets zurückgenommen wird. Bürgermeister Reiner Gäbl brauchte einige Zeit, um den Sachverhalt in der Marktratssitzung am Dienstag nochmals zu erklären. Mit der neuen Meinung der Behörden ergebe sich für die betroffenen Anlieger eine "entspannte" Situation, weil sich an der Begrenzung des Schutzgebiets nichts ändere.

Georg Würfl legte dem Gremium nahe, der vom Landratsamt geforderten Antragsrücknahme nicht zuzustimmen. Der Geschäftsleiter erinnerte daran, dass das Landratsamt das Wasserschutzgebiet nach Errichtung des Tiefbrunnens II als nicht ausreichend eingeschätzt hatte, sich wohl jetzt an den Vorschlag des Wasserwirtschaftsamts halten wird.

Versorgung gefährdet

Gäbl machte deutlich, dass bei Problemen mit dem Wasser aus den Tiefbrunnen die Versorgung des Markts gefährdet sei. Außerdem müssten die bußgeldrechtlichen Sanktionen bei Verstößen gegen die Verbote der Schutzgebietsverordnung wieder gelten. Wegen außer Kraft getretener Rechtsvorschriften wäre dies nicht möglich.

Einstimmig beschloss der Marktrat, den Antrag auf Festsetzung des Wasserschutzgebiets in Verbindung mit der Schutzgebietsverordnung nicht zurückzunehmen.
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