Biertradition erleben

Pfarrer Erwin Bauer segnete im Beisein zahlreicher Ehrengäste das Kommunbrauhaus-Museum. Bild: gz
Lokales
Eslarn
11.05.2015
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"Die Musik, das Essen und das Kommunbier sind Einmaligkeiten von Eslarn" stellte Bürgermeister Reiner Gäbl fest. Das alles ist im "Biererlebnis Kommunbrauhaus" vereint.

Das Projekt erhielt von Pfarrer Erwin Bauer am Samstagvormittag den Segen. Architekt Josef Schönberger überreichte an Gäbl symbolisch den Schlüssel. Der Bundestagsabgeordnete Uli Grötsch gratulierte dem Markt zum mutigen Schritt. Leader-Manager Michael Pilz hob den beispielhaften Zusammenhalt in der Gemeinschaft hervor.

Die vier Musiker der "Zoigl-Blos'n" begrüßten die Gäste mit dem "Zoigl-Blos'n-Marsch". Das Stück ist in Eslarn geboren und wurde vom musikalischen Leiter Stefan Karl komponiert.

Die Eslarner Brautradition reicht bis 1529 zurück. Bis zum Anfang des letzten Jahrhunderts existierten in zahlreichen Gemeinden noch kommunale Brauhäuser. "Im Zuge der Industrialisierung des Brauwesens verloren sie an Bedeutung", sagte Gäbl. Das Eslarner Kommunbrauhaus überdauerte diese schwierige Zeit durch die unermüdliche Schaffenskraft von Kommunbrauer Georg Zierer. Noch heute braut der 87-jährige Ehrenbürger rund 1000 Hektoliter Kommunbier und Rebhuhnzoigl.

Die gesicherte und erhaltenswerte Braukunst mache Eslarn attraktiv und unverwechselbar. Stolz zeigte Gäbl auf die Patenturkunde vom 6. Februar 2004, mit der die Biermarken Kommunbier und Rebhuhnzoigl geschützt wurden.

Die neue Begegnungs- und Informationsstätte sieht das Marktoberhaupt als Chance für Eslarn. Das 1,3-Millionen-Euro-Projekt wurde aus den Fördertöpfen "Städtebau VI" und "Leader" mit 558 679 Euro bezuschusst. Mit einer Radlstation und mit Infotafeln bereicherte der Landkreis die Außenanlage.

Mutiger Schritt

Das Brauprojekt sei auch für die Region eine Aufwertung, urteilte Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch. Der Abgeordnete gratulierte dem Markt zu diesem mutigen Schritt und sagte seine stete Unterstützung zu. "Ohne den Sachverstand eures Schorsch Zierer gäbe es das Kommunbier nicht. Ich wünsche ihm noch viele aktive Jahre."

Der Leader-Manager der Oberpfalz, Michael Pilz, sprach von einer optimalen kommunalen Gemeinschaft, die bei der Umsetzung des Projekts ihren Zusammenhalt bewiesen habe. Sinnbild dafür sei die Zoigltradition, die derzeit eine Renaissance erfahre.

Mit dem abgewandelten Sprichwort "Was lange währt, wird sehr gut", verwies Architekt Josef Schönberger auf ein gelungenes Gesamtwerk. Der Planer sprach von einem Werk von 35 Firmen. Am Projekt beteiligten sich auch Eslarner Unternehmer, und in den auswärtigen Firmen waren auch viele Eslarner Mitarbeiter anzutreffen. "Hier ist ein Kleinod entstanden, das keinen Vergleich zu scheuen braucht." Schönberger überreichte mit Landschaftsplaner Korbinian Schönberger an Bürgermeister Gäbl symbolisch den Schlüssel.

Im Namen der Firma Kocmoc erläuterte Projektleiter Marc Pethran das Konzept der Schau. Mit Ehrfurcht vor dem Alter und großem Respekt vor der körperlichen Arbeit begegnete Pethran dem Kommunbrauer Zierer. Er habe nicht nur mit der sehr pünktlichen Art des 87-Jährigen Bekanntschaft gemacht, sondern war über die seit 1951 unermüdliche Schaffenskraft erstaunt. "Die Ausstellung soll nicht nur das Brauen und die Zutaten, sondern auch die dahinter stehenden Menschen zeigen." Gleichzeitig sollte der Raum auch anderweitig, beispielsweise für Hochzeiten, genutzt werden.

Nicht vergessen wurden die Gäste aus Tschechien, die sich in ihrer Heimatsprache über die Braukunst informieren können. "In Eslarn ist ein urhistorischer Schatz mit allen Sinnen erlebbar gemacht worden", fasste Pethran zusammen.

Starke Gemeinschaft

Überraschungsgast Norbert Neugirg aus Windischeschenbach gab ein paar humorvolle Worte und Verse zum Besten. Eine starke Gemeinschaft sah Neugirg in den fünf Orten mit noch intakten Kommunbrauhäusern.

Pfarrer Erwin Bauer segnete das "Biererlebnis Kommunbrauhaus" und zeigte sich über das Kreuz und die Ausstattung erfreut. "Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut. Bier und Wein gehörten schon immer dazu."
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