Echten Biergeschmack bewahren

In stündlichen Führungen zeigte Braumeister Georg Zierer (Dritter von links) dem Publikum das Kommunbrauhaus. Bild: fjo
Lokales
Eslarn
14.09.2015
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Die Eslarner wissen um den Wert ihres Kommunbrauhauses. Am Tag des offenen Denkmals nutzten vor allem Auswärtige, auch bis aus Böhmen, das Besichtigungsprogramm.

Viele Fragen musste Georg Zierer am Sonntag beantworten. Außerdem ließ der Braumeister tief in die Geheimnisse der bürgerlichen Bierherstellung blicken. Nur wo die Gefahr bestand, entscheidendes Insiderwissen preiszugeben, hielt sich der 88-Jährige schlau zurück. "Da verrät er nicht zu viel, soll er auch nicht", scherzte dessen jüngster Sohn dann, der auch den Namen seines Vaters trägt und zweiter Bürgermeister ist.

Altehrwürdiges Gemäuer

Seit 1951 ist Zierer senior mit Leib und Seele bei der Sache. Beim Rundgang durch das altehrwürdige Gemäuer berichtete er über den Arbeitsablauf. "Habe ich am Morgen 50 Grad, dann kann ich gleich loslegen." Natürlich meinte der achtfache Familienvater die Temperatur des Sudkessels: "Bei 60 bis 70 Grad wird das Zeug dann alles gleich braun." So mancher Teilnehmer blickte dabei auf die Farbe der Gratisprobe im Glas.

Zeit und gutes Wasser

Der Geruch von Bier, Treber und Zutaten begleitete die vielen Gäste auf Schritt und Tritt. Mag anderswo vom "Geist des Weines" die Rede sein, so kann sich der Grenzmarkt rühmen, den Biergeschmack früherer Generationen und Jahrhunderte unverfälscht zu bewahren: "Es ist ein Bier, wie es auch unsere Vorfahren genießen konnten." Dazu lieferte das Eslarner Original gleich noch eine wichtige Begründung: "Die Zeit musst du haben, da kannst du nicht hudeln." Und er führte noch ein zweites wichtiges Argument ins Felde: "Wir haben in Eslarn ein gutes Wasser. Das zählt."

Trocken war die außergewöhnliche Lehrstunde also schon wegen des Themas keineswegs. Der Braumeister ließ so manche Begebenheit aus seiner fast 65-jährigen Erfahrung einfließen. "Schließlich kenne ich bereits drei Generationen der Eslarner Kommunbrauer." Am Ende konnten die Besucher Zoiglbrot kaufen, das am Tag zuvor im Backofen nebenan hergestellt worden war, oder sich mit zusätzlichen Kostproben bei der Präsentation im Besucherraum weitere Informationen beschaffen. Gabi Buchbinder von der Marktgemeinde stand auch für touristische Fragen zur Verfügung.
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