Eltern bleiben auf Kosten sitzen

Lokales
Eslarn
08.07.2015
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Hans Lang aus Eslarn spricht von "Behördenwahnsinn". Weil sein Sohn Lukas im kommenden Schuljahr auf das Kepler-Gymnasium nach Weiden geht und nicht aufs Ortenburg-Gymnasium nach Oberviechtach, bekommt er keinen Cent der Schulbuskosten bezahlt.

Im Juni hat das Landratsamt Neustadt/WN den Antrag auf "Kostenfreiheit des Schulwegs" für seinen Sohn abgelehnt, da das Ortenburg-Gymnasium die gleiche Ausbildungsrichtung anbietet wie das "Kepler" und mit geringeren Beförderungskosten erreichbar ist. Diese Regelung kann Hans Lang noch einigermaßen nachvollziehen. Was er aber nicht akzeptiert ist, dass er überhaupt kein Geld bekommt.

Spielraum eingefordert

Eine Schülermonatskarte nach Oberviechtach würde 100,50 Euro kosten, nach Weiden 130 Euro. "Ich wäre ohne Weiteres dazu bereit, die Differenz zu zahlen, aber nicht einmal das ist möglich", echauffiert sich der Eslarner und fordert einen gewissen Spielraum vom Landratsamt. Allerdings habe der zuständige Sachbearbeiter ihm gesagt, dass schon alles ausgeschöpft sei.

Sein Sohn, der im September in die fünfte Klasse kommt, habe sich bewusst für Weiden entschieden. "Dort haben wir Verwandtschaft. Er kann dann am Nachmittag immer mit seinem Cousin lernen, und meine Schwägerin kann sich um ihn kümmern", nennt der Vater organisatorische Gründe. Zu Oberviechtach habe er keinerlei Bezug.

Dies spielt aber bei der Entscheidungsfindung am Landratsamt keine Rolle. "Dies Fälle haben wir leider jedes Schuljahr. Wir müssen uns aber an die gesetzlichen Regelungen halten", erklärt Pressesprecherin Claudia Prößl. Man könne daher nur für den Weg zur nächstgelegenen Schule aufkommen. Ausschlaggebend dafür sind die Fahrtkosten und nicht die Anzahl der Kilometer oder die Dauer der Fahrt.

Eine kleine Hintertür lässt die Schülerbeförderungsordnung allerdings doch. Die Fahrt zu einer anderen Schule kann übernommen werden, wenn die Kosten nicht mehr als 20 Prozent höher sind als die zur nächstgelegenen Schule. "Das ist unser Handlungsspielraum. Den schöpfen wir immer so weit wie möglich aus", sagt Prößl. Bei allen Beträgen, die über dieser Hürde liegen, seien dem Landratsamt die Hände gebunden. "Da geht überhaupt nichts." Grundsätzlich könne sie Lang verstehen, aber laut Gesetz sei es auch nicht möglich, den Antragsteller nur den Differenzbetrag bezahlen zu lassen.
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