"Eslarn war sein Ein und Alles"

Die Kartenrunde bildeten Rudi Kleber, Michael Kleber und Lothar Leipold (von rechts), Oskar Zierer (links) sowie ein Unbekannter. Das Foto war für Petra Kleber-Keim Grund, Ahnenforschung zu betreiben. Repro: gz
Lokales
Eslarn
13.06.2015
28
0

Das Bild einer internationalen Schafkopfrunde von 1963 in New Jersey und einige örtliche Publikationen animierten Petra Kleber-Keim in ihrer amerikanischen Heimat Tennessee zur Ahnenforschung. Unter den Kartenfreunde waren Verwandte aus Eslarn, die es nach dem Zweiten Weltkrieg berufsbedingt in die weite Welt hinaus gezogen hatte.

Die Herkunft der Teilnehmer an der Schafkopfrunde belegte ein Plakat " New-York - Eslarn - Nürnberg - Budapest". Aber auch die Kartenrunde mit den abgebildeten Männern verleitete so manchen Eslarner zum Blick in die Vergangenheit.

Das Heimatfest und die damit zusammenhängende Geschichte von Eslarnern, die berufsbedingt in die weite Welt hinaus zogen, führen 8000 Kilometer entfernt zu Diskussionen. Die Ahnenforschung führte Kleber-Keim aus Tennessee bis nach Eslarn. Über das Internet wurde sie auf das Buch "Bandbreite Eslarn" von Auto Stephan Lindner aufmerksam.

"Heimat immer vermisst"

"Mein Vater hat stets von Eslarn erzählt und seine ehemalige Heimat immer vermisst, Eslarn war sein Ein und Alles." Das Bild mit den Kartenfreunden hatte Kleber-Keim von ihrem Vater erhalten. Die elektronische Post machte eine zügige Übermittlung zu Lindner nach Eslarn möglich. Auf dem Bild sind unter anderen Oskar Zierer, Lothar Leipold, Rudi Kleber und der Bruder ihres Vaters Michael Kleber zu sehen. Der Eslarner erzählte einiges über seine Heimat und ihre Bewohner und während der Korrespondenz erwähnte Kleber-Keim den Namen ihrer Mutter Leipold, worauf Lindner den Namen Lothar Leipold erwähnte.

"Das ist der Cousin meines Vaters", schrieb Kleber-Keim. Auch Lothar Leipold war mit seiner Familie lange Zeit in Amerika, bis ihn die Liebe zu seiner Heimat wieder zurück nach Eslarn führte. Inzwischen ist auch er gestorben. "Als ich vor drei Jahren die Vereinschronik für den TSV Eslarn layoutete, war die Verbundenheit von Lothar Leipold zur Heimat und um dem Turn- und Sportverein ein zentrales Thema", erinnert sich Lindner.

In der Chronik berichtete Karl Ziegler, illustriert mit Bildern, unter anderen über den Sportsfreund Lothar, der 1955 vom TSV schriftlich in Amerika um finanzielle Unterstützung gebeten wurde. Den Brief von TSV-Schriftführer Josef Zierer vom 29. November 1955 an das Gründungsmitglied Lothar Leipold hatte der ehemalige Spieler und Trainer Franz Dimper aufbewahrt. Die Verbundenheit zu seinem Heimatort Eslarn zeigte "Lothar" in der amerikanischen Wahlheimat stets mit einem T-Shirt mit der Aufschrift "TSV Eslarn" und besonders mit der Spende von 1000 Euro anlässlich des 40. Gründungsjubiläums.

Der heimatverbundene Eslarner hatte in den sogenannten "Deutschen Clubs" 1000 Dollar für eine neue Vereinsfahne gesammelt. Durch den damals günstigen Wechselkurs kamen für den TSV stattliche 4000 DM für den Kauf der Vereinsfahne zusammen.

Aber auch ein kostbarer Wimpel unter anderem mit der Unterschrift des damaligen Nationalspielers Fritz Walter befand sich im Überraschungspaket aus Amerika. Die Standarte bereicherte Jahrzehnte den Stammtisch im alten Sportheim. Überwältigt von den Kurzgeschichten darf sich Kleber-Keim jetzt auch noch auf ein Paket mit vielen Erinnerungen aus Eslarn freuen. Lindner hatte seinen Bildband und die TSV-Chronik nach Tennessee gesandt.

Wurzeln des Vaters

"Mit diesen erfreulichen Informationen über meine Verwandten in Eslarn habe ich nicht gerechnet", freut sich die Amerikanerin. Mit den Publikationen kann sie ihre Ahnenforschung weiter fortsetzen und endlich die Heimat und die Wurzeln ihres Vaters und ihrer Verwandten näher kennenlernen. Ob sie zum Heimatfest nach Eslarn kommt, bleibt abzuwarten.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juni 2015 (7772)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.