Fremdenverkehrsverein Eslarn und Touristik-Club Weißensulz seit 25 Jahren verbunden
Freundschaft mit tiefen Wurzeln

Die Jubelfeier mit ihren Freunden vom Fremdenverkehrsverein hatte der Touristik-Club mit Bürgermeister Libor Picka (Bildmitte) direkt an die Grenze verlegt. Bild: gz
Lokales
Eslarn
08.05.2015
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Der Fall des Eisernen Vorhangs war gleichzeitig die Initialzündung zur Gründung einer langjährigen Freundschaft zwischen dem Fremdenverkehrsverein (FVV) Eslarn und dem Touristik-Club in Belá nad Radbuzou (Weißensulz). Zur Feier "25 Jahre Miteinander" trafen sich die tschechischen und deutschen Mitglieder am Grenzverlauf auf tschechischer Seite.

Symbolischer Ort

Das Jubiläum feierten die Partnervereine unter dem Vorsitz von Jiri Mach vom Touristik-Club und Frank Jakob vom FVV mit einem geselligen, geschichtlichen und kulturellen Programm. Als symbolischen Ort für die Veranstaltung wählte Bürgermeister Libor Picka den Gedenkstein, der direkt an der Grenze aufgestellt wurde. "Vor 30 Jahren wäre dieses Treffen hier an dieser Stelle nicht möglich gewesen, und heute ist die Grenze in einem vereinten Europa nur eine Linie auf der Landkarte", stellte Picka fest.

Organisationsleiterin Margit Sturm vom FVV erinnerte an die 25 Jahre und dankte im Namen des FVV für die Freundschaft. "Wir feiern zusammen Kirchweih, Heimat- und Maibaumfeste, und es werden viele Ausflüge und Wanderungen unternommen." Die jüngste Errungenschaft ist die Tanzgruppe "Contry Dance Bela & Eslarn", die sich seit 2011 unter Leitung von FVV-Schriftführerin Beate Zierer zu Tanzabenden trifft.

Zur Erinnerung überreichten Jakob, Stellvertreter Gregor Härtl und Sturm an Mach einen Apfelbaum. "Der Baum soll wie die Partnerschaft weiter wachsen und viele Früchte tragen." Als Dreingabe erhielt der tschechische Kollege noch einen Schnapskorb aus der Oberpfalz. Ein weiterer Höhepunkt war der Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Belá. Die Eindrücke der besonderen Jubiläumsfeier fasste Zierer zusammen: "Viel gesehen, gut gegessen und getrunken - schön war's."

Im Mittelpunkt der bilateralen Vereinsarbeit zwischen dem FVV und dem Touristik-Club in Belá stehen seit 300 Monaten eine grenzüberschreitende Freundschaft und die deutsch-tschechische Völkerverständigung in einem vereinten Europa. Der FVV wurde am 3. Mai 1988 auf Initiative des damaligen Bürgermeisters Karl Roth und Hans Bauer mit einigen Gleichgesinnten im Gasthof "Alisn" aus der Taufe gehoben.

Der Verein schrieb sich wie auch der tschechische Touristik-Club eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Kommune, den Quartiergebern und die Tourismusförderung auf die Fahnen. Unmittelbar nach der Grenzöffnung und dem Fall des Eisernen Vorhangs entwickelte sich zwischen beiden Vereinen eine grenzüberschreitende Partnerschaft.

Motoren des Pakts

Die Motoren des am 7. Juli 1990 geschlossenen Freundschaftspakts waren in Eslarn der damalige Bürgermeister Karl Roth und die Führungsriege um Gründungsvorsitzenden Bauer. Wertvolle Pionierarbeit leisteten auf tschechischer Seite vor allem der ehemalige Bürgermeister Ludovik Kopcek, Touristik-Vorsitzende Dagmar Vejskalova sowie die zweite Bürgermeisterin und Lehrerin Kamila Cislerova. Die gute nachbarschaftliche Zusammenarbeit setzten in Belá seit 2007 Bürgermeister Picka und in Eslarn Reiner Gäbl fort.
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