Großzügige Stifterin

Katharina Götze. Bild: gz
Lokales
Eslarn
08.04.2015
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Die meisten Eslarner kannten Katharina Götze als Hauswirtschaftlehrerin, Musikerin und Gründerin der "Geschwister-Zimmermann-Stiftungen". Am 2. April ist sie gestorben.

Die Unterstützung der Gemeinde, Kirche und Vereine war für die streng gläubige Katharina Götze mehr als eine Selbstverständlichkeit. Die ehemalige Fachoberlehrerin und begeisterte Musikerin zeigte großes karitatives Engagement. Sie gründete in ihrer Heimat die "Geschwister-Zimmermann-Stiftungen" und unterstützte Familien sowie Priester.

Bürgermedaille in Gold

Das Lebenswerk würdigte der Markt mit der Bürgermedaille in Gold. Am 2. April ist Götze, geborene Zimmermann, im Alter von 95 Jahren gestorben. Sie wurde am 19. November 1919 geboren. Die Kinder- und Jugendjahre verbrachte die Tochter von Anna und Josef Zimmermann in Pfrentsch und auf dem Bauernhof in Öd bei Eslarn.

Die Jugendzeit verbrachte Katharina Zimmermann mit weiteren sieben Geschwistern. Sie kam in die Mädchen-Mittelschule zu den Franziskanerinnen nach Dillingen, wo sie im Anschluss an die Ausbildung zur Handarbeitslehrerin 1942 das Staatsexamen ablegte.

39 Reichsmark zum Leben

Vom ersten Gehalt in Höhe von 144 Reichmark (RM) blieben der Lehrerin nach Abzug von 80 RM für Internat und 25 RM fürs Zimmer noch 39 RM fürs Leben. Da damals ein Liter Milch nur 20 Pfennig und ein Mittagessen 1 RM kostete, reichte der genügsam lebenden Lehrerin das Geld. Im Krieg wurde sie vom Dienst enthoben und musste bis Kriegsende als Bauernmagd für Essen sowie Unterkunft sorgen.

Nach dem Krieg machte sich Zimmermann mit dem Fahrrad und später mit ihrem Motorrad, einer 250er DKW, auf die Reise in die Oberpfalz, um bei der amerikanischen Militärbehörde in Regensburg eine Anstellung zu erhalten. Als Fachlehrerin für Handarbeit, Hauswirtschaft und Maschinenschreiben war sie in Wörth an der Donau. Waidhaus, Steinach und Kirchroth bei Straubing aktiv. 1958 nahm die Eslarnerin die Ernennung zur Fachoberlehrerin entgegen.

Mit ihrem Bruder Georg erfüllte sich Katharina Zimmermann 1975 mit dem Bau eines Wohnhauses im Ortsteil Schellenbach in Eslarn einen Traum. Nach 40 Dienstjahren ging die Fachoberlehrerin 1983 in den Ruhestand. Die Musik bestimmte das Leben der Geschwister Georg und Katharina Zimmermann. Der Bruder gründete die Grenzlandmusikschule in Eslarn, die Grundstock für viele nachfolgende musikalische Einrichtungen war. Die leidenschaftliche Musikerin spielte mit enormer Begeisterung Klavier, Hackbrett, Zither und Flöte und unterrichtete die Musikschüler.

Sie freute sich, dass drei ihrer Musikschüler wegen guter Leistungen sogar im Rundfunk auftreten durften. Mit ihrem Bruder Georg musizierte sie bis zu dessen Tod 1984. Die Weltenbummlerin lernte bei ihrer dritten Amerikareise ihren Ehemann Kurt Götze kennen. Die Hochzeit mit dem Studiendirektor des Ohm-Gymnasiums aus Erlangen folgte 1986. Mit dem plötzlichen Tod ihres Gatten nach lediglich drei Ehejahren traf sie ein schwerer Schicksalsschlag. Den Trost fand die pensionierte Lehrerin bei ihren Verwandten und in der Musik.

Soziales Engagement

Das soziale Engagement zeigte die Eslarnerin 2008 mit einer Stiftung in Höhe von je 150 000 Euro für die Pfarr- und Marktgemeinde. Mit den Erträgen werden junge, ältere, behinderte und musikbegeisterte Menschen, kirchliche Würdenträger und kinderreiche Familien gefördert. Im Stiftungsjahr erhielt die Mäzenin die Bürgermedaille in Gold.

Zum 130-jährigen Bestehen des Kriegervereins finanzierte die Eslarnerin vor drei Jahren die kostspielige Restaurierung der historischen Vereinsfahne. Viele Jahre begleitete Götze als Mitglied den Katholischen Frauenbund, die Kolpingsfamilie, Siedlergemeinschaft, den Oberpfälzer Waldverein und den Heimatverein in München. Den Lebensabend verbrachte die Gönnerin ab 2014 nach einem schweren Schlaganfall im Seniorenwohnheim in Vohenstrauß. Der Trauergottesdienst beginnt heute um 10 Uhr in der Pfarrkirche in Eslarn.
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