Imposante Zahlen

Lokales
Eslarn
25.06.2015
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Um ein Haar hätte der Haushalt 2015 des Marktes Eslarn eine fast magische Grenze von zehn Millionen Euro erreicht. Doch mit einem Gesamtvolumen von Verwaltungshaushalt und Vermögenshaushalt in Höhe von 9 975 000 Euro ist die Kommune auch an einer früher fast undenkbaren Summe angekommen.

Geschuldet ist das vor allem einem Vermögenshaushalt in Höhe von 4 883 000 Euro, in dessen Summe allein die Maßnahmen im Ortsteil Schellenbach mit über drei Millionen Euro den gewaltigsten Brocken ausmachen. Trotz dieser enormen Beträge für eine Gemeinde mit 2701 Einwohnern kann der Großteil des Haushalts mit eigenen Mitteln finanziert werden. Allerdings lässt die notwendige Darlehensaufnahme in Höhe von 1 087 000 Euro die gemeindlichen Schulden wieder auf den Stand von vor sieben Jahren zurückfahren.

Immer weniger Einwohner

Bürgermeister Reiner Gäbl sprach von der wichtigsten Sitzung des Jahres. Dass der Haushaltsplan heuer erst zur Halbzeit des Jahres auf der Tagesordnung steht, begründet das Marktoberhaupt folgendermaßen: Die umfangreiche Kostenberechnung für das Vorhaben Schellenbach lag erst im Mai vor, so dass Kämmerer Roland Helm und der Finanzausschuss erst dann an die Arbeit gehen konnten.

Gäbl überließ es dem Kämmerer, das von ihm erarbeitete Zahlenwerk vorzustellen, der das mit einer Power-Point-Präsentation machte. Eine Zahl bereitet dem Markt vor allem Sorgen: die der Einwohner. Seit 2005 werden es konstant weniger. Waren es 2005 noch 2997 Einwohner, so hat das Statistische Landesamt zum 30. Juni 2014 als maßgeblichen Zeitpunkt 2701 Einwohner ermittelt. Bürgermeister Gäbl führt das nicht auf Abwanderung zurück, sondern auf den gegenüber den Geburten doppelt so vielen Sterbefällen. Deshalb sei es notwendig, innerorts die Menschen anzusiedeln und nicht in die Breite zu bauen. Es müsse bedacht werden, dass alle Versorgungsleistungen von der Bevölkerung auch in ihrem Unterhalt über die Gebühren bezahlt werden müssen, meinte Gäbl.

Kämmerer Helm startete seinen Vortrag mit der Darstellung des Schuldenstandes, der am Jahresende 2014 insgesamt 1,8 Millionen Euro betragen habe. Den Rückgang der Schulden seit 2000 verband Helm aber mit dem Hinweis, dass ohne Kreditaufnahme der diesjährige Haushalt nicht ausgeglichen werden kann. Er ist mit einem Volumen von 9 975 000 Euro gegenüber dem Vorjahr um 3 088 400 Euro höher und setzt sich zum Rechnungsergebnis von 2013 mit 5 404 184 Euro noch deutlicher ab.

Gewaltige Ausgaben

Der Verwaltungshaushalt umfasst 5 092 000 Euro, die auch durch das Heimatfest 2015 bedingt sind. Doch der Blick auf die Grafik mit den zurückliegenden Jahren zeigt auch hier einen konstanten Anstieg an. Der Verwaltungshaushalt finanziert sich im Wesentlichen aus den Schlüsselzuweisungen mit 1 317 000 Euro, der immer schwankenden Gewerbesteuer mit 400 000 Euro, der gemeindlichen Grundsteuer mit 259 000 Euro, dem Benutzungsgebühren gemeindlicher Einrichtungen von 564 000 Euro und der Einkommenssteuer-Beteiligung von 884 000 Euro.

Dem gegenüber stehen gewaltige Ausgaben: Für das Personal 1 034 000 Euro, Gewerbesteuerumlage 84 000 Euro, der Defizitanteil im Kindergarten und so witer 310 000 Euro, die Kreisumlage mit 775 000 Euro. Dennoch hat Helm mit seinen Planungen eine Zuführung aus dem Verwaltungshaushalt zum Vermögenshaushalt in Höhe von 940 000 Euro erreicht. Bei den gemeindlichen Einrichtungen wie Abwasserbeseitigung, Wasserversorgung und Bestattungswesen werden laut dem Kämmerer weitgehend die Ausgaben von den entsprechenden Einnahmen gedeckt.

Der Blick in das Investitionsprogramm für das Jahr 2015 zeigt, dass der Markt ordentlich zuschlägt. So stehen für die Bereiche Verwaltung, Schule, Feuerwehr und am Atzmannsee größere Ausgaben auf der Liste. Doch der zweifellos größte Aufwand entfällt auf den Ortsteil Schellenbach. Dort hat eine Kanalprüfung gewaltige Schwachpunkte gezeigt, so dass neben Kanalarbeiten, zwangsläufig neue Straßen gebaut werden müssen, außerdem sind für den Hochwasserschutz Drainage- und Regenwasserbeseitigungen notwendig, dazu eine Bachverrohrung und die Errichtung eines Regenrückhalteteiches. Der Straßenanteil beläuft sich auf 835 000 Euro, der Hochwasserschutz insgesamt kostet 1 145 000 Euro und die Kanalsanierung 630 000 Euro. Die Erneuerung der Wasserleitung schlägt mit 440 000 Euro zu Buche.

In der Gesamtheit mit anderen Investitionen ergibt sich eine Summe von 4 710 000 Euro, die sich haushaltstechnisch um die Tilgung auf 4 883 000 Euro erhöht und damit den Haushaltsansatz ergibt. Aus dieser Summe wird die Zuweisung aus dem Verwaltungshaushalt abgezogen, dazu Beiträge und Zuschüsse für verschiedene Maßnahmen, so dass am Ende die Notwendigkeit der Darlehensaufnahme von 1 087 000 Euro verbleibt. Bürgermeister Gäbl nannte den Verwaltungshaushalt "solide". Der Vermögenshaushalt sei von der Notwendigkeit der Maßnahmen geprägt.

Einstimmiger Beschluss

Einstimmig beschlossen die Markträte das Investitionsprogramm für die Haushaltsjahrs 2014 bis 2018, den Stellenplan 2015, den Finanzplan für die Haushaltsjahre 2014 bis 2018 und die Haushaltssatzung 2015 mit einem Verwaltungshaushalt in Höhe von 5 092 000 Euro und einem Vermögenshaushalt von 4 883 000 Euro. Außerdem bewilligten sie die Kreditaufnahme in Höhe von 1 087 000 Euro. Die Hebesätze der gemeindlichen Steuern mit 330 von Hundert bleiben bei beiden Grundsteuern und der Gewerbesteuer unverändert.
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