"Islouerisch" seine elfte Sprache

Von den "Kartoffelbällen" mit Fleisch und dem Zoigl war Pfarrer Josef aus Indien besonders angetan. Bild: gz
Lokales
Eslarn
31.08.2015
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Zehn Sprachen beherrscht der indische Pfarrer Jojappa Polisetty bereits. Nach vier Wochen als Urlaubsvertretung in Eslarn ist nun noch eine dazugekommen.

"Herzlichen Dank an Pfarrer Jojappa Polisetty für seinen seelsorglichen Bereitschaftsdienst im August", dankte Pfarrer Erwin Bauer seinem Vertreter persönlich und im Pfarrbrief im Namen der Pfarrei. Da Bauer am Sonntag nicht anwesend sein konnte, übernahmen der gebürtige Eslarner Pfarrer Martin Rupprecht aus Wien und Kirchenpfleger Anton Hochwart im Auftrag der kirchlichen Gremien im Gottesdienst die offizielle Verabschiedung.

Den ersten Aufenthalt in Deutschland des Inders kommentierte Pfarrer Rupprecht mit den Worten: "Damit warst du bereits am schönsten Ort in Europa." Besser als zum Beginn des zehntägigen Heimatfests eine Urlaubsvertretung in Eslarn antreten zu können, hätte es Pfarrer Polisetty aus Südindien nicht treffen können. Während der bewegten Zeit habe Pfarrer Josef, wie der Gast aus Adilabad auf seinen Wunsch hin genannt wurde, die Mentalität, die Bräuche sowie Köstlichkeiten kennen und schätzen gelernt.

Während der vier Wochen lernte Pfarrer Josef nicht nur das Wort "Isling" und mit dem Dialekt "Islouerisch" seine elfte Sprache. Besonders angenommen haben sich um den Geistlichen Anita Weichselmann mit Sprachschulungen, Albin Meckl mit einer Fahrt nach Regensburg und Hans Bauer mit einer Tour um Eslarn.

"Zoiglbier gut"

Angetan war der Geistliche besonders von bayerischen Spezialitäten. So machte er unter anderem mit den Kochkünsten von Marielle, der Frau von Mesner Josef Egerer Bekanntschaft. Während seines Aufenthalts hörte er vom "Weißwurscht-Zuzeln", genoss Schweinebraten mit Knödel und Brotzeiten. Beim Anblick der Knödel sprach Pfarrer Josef von "Kartoffelbällen", die er erstmals in Eslarn aß. Auch das Kommunbier hat er ins Herz geschlossen und bewertete es mit "Zoiglbier gut".

Pfarrer Polisetty dankte vor allem Bischof Rudolf Voderholzer für die Übertragung der Urlaubsvertretung in Eslarn und für die herzhafte und offenherzige Aufnahme durch die Bevölkerung. "Ich habe mich hier wohlgefühlt und würde gerne wiederkommen." Die Erinnerungen an die Tage in Eslarn lebendig halten soll der Bildband von Stephan Lindner mit den vielen Eindrücken von und um Eslarn.

Zurück nach Rom

Zum 75. Geburtstag von Gabriele Rupprecht lud ihr Sohn Pfarrer Martin Rupprecht seinen Amtsbruder Josef zum Geburtstagsessen in die Waldgaststätte "Zur Tillyschanz" ein. Hier gabs zum Abschied Braten mit "Kartoffelbällen". Noch am Sonntagabend machte sich Pfarrer Josef mit Wolfgang Pemsl, der in seine Wahlheimat nach München fuhr und die Mitfahrgelegenheit anbot, in Richtung Süden auf den Weg. Der Geistliche kehrt mit dem Zug wieder nach Rom zurück.
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