Junge Familien in der Gemeinde halten

Lokales
Eslarn
10.11.2014
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Dem Bevölkerungsschwund, unter dem viele Orte leiden, will Eslarn mit einem integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept und attraktiven Angeboten entgegensteuern.

Durch die doppelt hohen Sterbefälle gegenüber Geburten sinkt die Bevölkerungszahl in Eslarn erstmals unter 2700 Einwohner. "Dies ist auch in vielen anderen ländlichen Orten im Landkreis zu beobachten, erklärte Bürgermeister Reiner Gäbl. Reichlich Vorschläge, wie man gegensteuern könne, beinhalte das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK). Bei der Bürgerversammlung in der "Alten Turnhalle" ging Gäbl auf die leicht rückläufigen Einwohnerzahl (derzeit 2699) ein, nannte den Zuzug mit 67 gegenüber 76 Abgängen ausgleichend und stellte den 14 Geburten 28 Sterbefällen gegenüber. Auch dies sei ein Grund, warum sich der Gemeinderat zusammen mit der Bevölkerung mit einem städtebaulichen Konzept beschäftigen sollte, um junge Familien im Ort zu halten.

Die laufenden Erhöhungen der Kreisumlage auf aktuell 953 000 Euro vertilgen laut Gäbl die rückläufigen Einnahmen der Gewerbesteuer mit 317 000 Euro. Demgegenüber stabilisiere sich die Einkommensteuer auf 862 000 Euro, und man könnte in Eslarn fast von Vollbeschäftigung sprechen.

Eslarner Projekte, informierte Gäbel, seien die bevorstehende Sanierung des Kriegerdenkmals, die baldige Fertigstellung des Kommunbrauhauses und das 2015 zu beendende Fischerdokumentationszentrum am Atzmannsee. Die 16 in Eslarn untergebrachten Asylanten fanden tadellose Unterkünfte und wurden gut aufgenommen. Im Gästehaus schuf die Gemeinde eine Anlaufstelle. In der Spendenbörse gibt es gut erhaltene Kleidung oder Gegenstände für den täglichen Gebrauch. Wer möchte, könne dort nicht mehr benötigte und gut erhaltene Gegenstände anliefern. Beim Heimatfest 2015 will sich die Gemeinde wiederholt mit einem ansprechenden Programm als gastfreundlicher Veranstalter präsentieren. "Für eine positive Resonanz sprechen die Anmeldungen von 100 Festdamen und -burschen." Im Ausblick erwähnte der Gemeindechef die langfristige Sanierung der Kläranlage. 2015 soll die Kanalsanierung im Ortsbereich Schellenbach starten. Eine weitere Chance für Eslarn mit der Möglichkeit zur Förderung von Projekten sieht Gäbl in der neu aufgestellten "Lokalen Aktionsgruppe" (LAG) im Landkreis Neustadt. In der lokalen Arbeitsgruppe (LAG) "Brückenland Bayern-Böhmen" im Nachbarlandkreis war man bisher gut aufgehoben. Die staatlich vorgegebene Grundvoraussetzung für städtebauliche Planungen habe Eslarn mit dem Handlungsleitfaden "ISEK" für die kommenden 15 Jahre erfüllt. Durch die Förderung von 60 Prozent für Projekte bleiben, wie der Gemeindechef erklärte, von jedem Euro insgesamt 60 Cent im Ort.
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