Keine Gnade beim Heimatfest

Auf Freispruch braucht keiner der Angeklagten zu hoffen. Das Königlich Bayerische Landgericht hat für das Heimatfest harte Urteile angekündigt. Bild: gz
Lokales
Eslarn
27.06.2015
0
0

Einer der Höhepunkt des Eslarner Heimatfests ist das Markttreiben am 9. August. Ab 10 Uhr startet eine Zeitreise ins Mittelalter. Denn die Bauernmärkte gibt es schon seit dem 17. Jahrhundert.

Die Organisation des Markttreibens durch die Festleiter und den Festausschuss laufen auf vollen Touren. Entlang der Straßen vom Marktplatz bis zum Schlossberg wird den Gästen mit rund 100 Ständen ein mittelalterliches Flair geboten. Dabei sind Feuerspucker und Marktschreier, aber auch eine Greifvogelschau zu bestaunen.

Zudem bieten die Verantwortlichen ein Oldtimertreffen und eine Landmaschinenausstellung an. Wie früher beim mittelalterlichen Markt werden von Handwerkern und Kaufleuten Dinge des Alltags feilgeboten. Aber auch Korbflechter, Besenbinder, Rechenmacher, Weber und Hutmacher sind dabei

Das kulinarische Angebot umfasst viele Köstlichkeiten. Angeboten werden unter anderem geräucherte Fische, Spanferkel, Wildspezialitäten, Schweinshaxn und Zwiebelkuchen. Zum Kaffee wird selbst gebackener Kuchen und Schmalzgebäck gereicht. Zudem gibt es Bauernbrot aus dem Backofen am Kommunbrauhaus und das Weltmeister-Hefeweizen.

"Es sei auch in diesem Jahre Markt gehalten, wie es Brauch war vor mehr denn fünfhundert Jahren, und so werdet Ihr auch die Musici dort finden", versprechen die Organisatoren. Die Gäste finden auch ein "klingendes Eslarn" mit elf Musikgruppen auf sechs Bühnen vor. Nicht zuletzt garantieren die Laiendarsteller eine amüsante Theateraufführung des Königlich Bayerischen Landgerichts und "Euer Gnaden" spricht ein hartes Urteil.

Die niedere Gerichtsbarkeit verhandelte über geringere Straftaten und private Rechtsstreitigkeiten wie beispielsweise über Störungen des städtischen und dörflichen Friedens und kleine Tagesdiebstähle im Wert bis zu drei Schilling. Dieses Recht übten in der Regel die Grundherren, die über das Land und die dort lebenden Menschen herrschten, selbst aus. Sie nahmen dieses Amt gerne wahr, da es ihre Herrschaft festigte und die fälligen Gerichtsbußen eine einträgliche Einnahmequelle darstellten. Entlang des Markttreibens laden Frühschoppen, Gartenfeste und Weinlauben und Einblicke in das Brauwesen zum Verweilen ein.
Weitere Beiträge zu den Themen: Straftat (812)Juni 2015 (7772)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.