Kirchenkrise auch eine Chance

Im Namen der Pfarrgemeinderäte aus dem Dekanat Leuchtenberg dankte Pfarrer Erwin Bauer (Sechster von links) dem Referenten Pfarrer Dr. Heiko Merkelbach (Fünfter von links) aus Stuttgart für seinen Vortrag. Bild: gz
Lokales
Eslarn
18.10.2014
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"Jeder christlich orientierte Mensch ist ein Missionar." Beim Einkehrtag in Eslarn schlug Dr. Heiko Merkelbach aus Stuttgart eine Brücke von der Krisenstimmung zum Aufbruch und Neuanfang in der Kirche.

An der Veranstaltung im Pfarrheim in Eslarn nahmen Pfarrgemeinderäte aus dem Dekanat Leuchtenberg teil. Der Referent zeigte in seinen ermutigenden Ausführungen, wie aus einem Missstand ein positiver Neuanfang werden kann.

Nicht das erste Mal

Die gegenwärtige Krise der Kirche sei beileibe nicht die erste und kein Grund zum Klagen, da sie auch Gutes beinhalte. Seit Beginn erlebten die Christen schwierige Situationen wie Verfolgung, Unterdrückung, Glaubensmüdigkeit und theologische Auseinandersetzungen. Aber auch in der Neuzeit sieht sich die Kirche mit dem Mangel an Priestern und Gläubigen, Rückgang der Kirchenbesucher und der Mitglieder des ehrenamtlichen Engagement konfrontiert.

"Die Zahl der Katholiken geht zurück. Hauptgründe sind nicht unbedingt die Kirchenaustritte, sondern demografische Faktoren", meinte der Referent. Es gebe mehr Beerdigungen als Geburten und Taufen. Außerdem nehme die Zahl der Katholiken, die den Gottesdienst mitfeiern, ab. Durch Zusammenlegungen mehrerer Pfarreien werde ein Priester bei der geistlichen Leitung künftig verschiedene Aufgaben nebeneinander und mit Laien übernehmen müssen. Ursache der Krise sehen manche in einem in Rom verursachten Reformstau und fordern weitreichende Reformen wie das Aufhebung des Zölibats, Zulassung von Frauen zu den Ämtern, mehr Mitbestimmung und Demokratie in der Kirche.

"Wenn wir bedenken, wie Krisen überwunden wurden, stoßen wir immer wieder auf Personen, die sich ganz vom Heiligen Geist leiten ließen und ihr Leben hingaben, um das in ihrer Zeit Notwendige zu tun." Es geht in der Kirche nicht nur um Mitbestimmung und um Menschen, die sich immer wieder dazu durchringen müssen, Christus den Platz im Zentrum zu lassen, ihn in den Blick zu nehmen und ihm zu folgen.

Gestärkt hervorgehen

"Ich vermute, dass dies der einzige Weg ist, die Krise durchzustehen, um erleichtert von manchem Ballast gestärkt im Glauben aus ihr hervorzugehen", meinte der stellvertretende Stadtdekan aus Stuttgart. In Glaubenskursen und im Studium des Katechismus und so auch beim Einkehrtag mit Pfarrer Dr. Heiko Merkelbach in Eslarn finden Teilnehmer die ersten Schritte, den Glauben zu vertiefen und zu stärken. "Man sollte die Glut bewahren und Gutes wagen", kommentierte Pfarrer Bauer den Vortrag und dankte seinem Priesterkollegen mit einem Geschenk.
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