Künstler ziehen die Fäden

Marianne Windisch-Brenner (links) beteiligt sich am Heimatfest mit einer Ausstellung in der Schulturnhalle. Bild: gz
Lokales
Eslarn
05.08.2015
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Beim Heimatfest steht in erster Linie die Geselligkeit auf dem Programm. Doch die Eslarner beweisen, dass auch die Kultur dazugehört.

Die Künstler Marianne Windisch-Brenner und Siegmund Witzlau verwandelten die Schulturnhalle in einen Ort der Kreativität und der bunten Bilder. Bei der Vernissage am Montag waren Bürgermeister Reiner Gäbl, Vertreter aus der Politik, Wirtschaft und Gemeinde sowie Bevölkerung durchwegs begeistert. Der Eintritt zu den Ausstellungen ist grundsätzlich frei, jedoch bitten die Verantwortlichen um eine Spende für die Helfer vor Ort.

Haar als Pinsel

"Eslarn wollte zeigen, dass wir zum geselligen Programm auch auf dem Gebiet der Kultur etwas zu bieten haben", dankte Gäbl den Künstlern für das Engagement, die Ideen und den Beitrag zum Heimatfest. Windisch-Brenner übermittelte die Grüße des kurzfristig erkrankten Witzlau, der am Vortag noch am Festzug in der Kutsche teilgenommen hatte. Der Profimaler fing bereits als Jugendlicher während des Zweiten Weltkriegs, zunächst mit einem Haar als Pinsel, an, zu skizzieren und später zu malen. In seiner Heimat in Berlin besuchte er 1946 die Meisterschule für Kunstgewerbe (heute Akademie der Künste) und lernte die spezielle Spachteltechnik, der er bis heute treu blieb.

Seine Vorliebe gilt den Berglandschaften, Gletschern, aber auch den Blumen und speziell der Mohnblume. Gletscher stehen daher bei der Schau im Mittelpunkt. Beim "Wandersmann" kann man bei der näheren Betrachtung das Gesicht des Schöpfers erkennen. "Die Schulturnhalle ist wegen der Helligkeit perfekt für derartige Bilderausstellungen geeignet", stellte Windisch-Brenner fest. Für die Unterstützung dankte sie Michaela Zierer und Hausmeister Stefan Frölich von der Gemeinde.

"Ich bevorzuge, in Öl oder Aquarell zu malen, und mein letztes Bild ,Blütentraum' wurde erst vor wenigen Tagen fertig." Ihr künstlerischer Werdegang führte von einem Aquarellkurs für Anfänger 1997 zur Ölmalerei. "Ich habe mir die Malkenntnisse in den Jahren autodidaktisch erarbeitet." Der Rat zum Wechsel und reichlich Tipps kamen von Witzlau. Die Ölmalerei gebe die Möglichkeit, großformiger, farbbrillanter und exakter zu malen.

Mit Leidenschaft entstanden in den Jahren üppige Gartenlandschaften, Wildwasser und ausgefallene Bilder von alten knorrigen Bäumen. Windisch-Brenner zeigt unter anderen den "Herbstwald", eine Pergola im Blütenkleid und den Wellengang "Storms River". Die Besucher, unter ihnen zwei Fachfrauen aus Tschechien, beschrieben die Ausstellung als Ideenschmiede, Kreativwerkstatt und Begegnungsstätte mit angenehmem Ambiente.

Eine weitere Ausstellung ist in der Schulsporthalle gegenüber. Dort zeigt der Klöppelkreis Schönsee-Stadlern-Tiefenbach, eine Gemeinschaft aus 27 Frauen, einem Mann und einem 15-Jährigen, ein Vielfalt seiner beeindruckenden Arbeiten. Den Bezug zu Eslarn stellten die Klöpplerinnen Rita Korn und Maria Ach her. "Meine 92-jährige Mutter Elsa Schmidt hat ebenfalls einen Beitrag zur Ausstellung geleistet", informierte Korn.

Für eine 30 Zentimeter große Tischdecke sind "schon mal 160 Stunden" nötig. Auch verschiedene Figuren und ein Malbild mit einem geklöppelten Elefanten sind zu bestaunen. Das sogenannte "Weißnähen" ist ebenfalls vertreten. Die Ausstellung des Klöppelkreises vereinte drei Landkreise.

Bis Sonntag geöffnet

Mit Kunst-, Bastel- und Malwerken sind außerdem Schüler um Fachlehrerin Uschi Hecker vertreten. Aussagekräftige Fotoaufnahmen aus der Heimat präsentiert Medientechniker Stephan Lindner. Beide Ausstellungen sind bis Sonntag, 9. August, täglich von 14 bis 18 Uhr geöffnet.
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