Lesung mit Marianne Ach am 16. Dezember beim Kunstverein Weiden
Aus Bildern werden Geschichten

Am 16. Dezember ist Marianne Ach zu Gast beim Kunstverein. Bild: hfz
Lokales
Eslarn
13.12.2014
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Marianne Ach wurde in Eslarn geboren, lebt heute in München. Eigentlich nichts Ungewöhnliches, besonders aber wird die Autorin durch ihre Lebensgeschichte und ihre Arbeit. Besonders ist sie auch aufgrund dessen, dass die gebürtige Oberpfälzerin vielbeachtete Bücher schreibt.

Gelübde abgelegt

Bereits mit 13 Jahren verließ die 72-Jährige ihr Elternhaus, besuchte ein Klosterinternat. Schließlich trat sie in den Orden der Dillinger Franziskanerinnen ein, legte als 19-Jährige die Gelübde ab. Nach zehnjähriger Tätigkeit als Kindergärtnerin und Katechetin verließ sie das Kloster, zog nach München, studierte, heiratete, wurde Realschullehrerin. Und sie schrieb zahlreiche Erzählungen, veröffentlichte sie 1998 unter dem Titel "Schlimme Wörter". Als Pensionärin widmet sie sich jetzt vollständig dem Schreiben. 2004 dann ihr erster Roman, "Goldmarie Pechmarie" über das streng-katholische Dorfleben nahe der tschechischen Grenze in den 40er-Jahren: die unbewältigte NS-Vergangenheit, die US-Besatzungsmacht und die Hauptperson des Dorflehrers. Die Veröffentlichung rief regelrechte Tumulte hervor.

Inzwischen gibt es von Marianne Ach weitere Bücher wie "Glück ist ein seltener Vogel", "Winterherzen" oder "Der Blechsoldat". Marianne Ach sagt über ihre Themen: "Aus Bildern werden Geschichten. Die Oberpfalz ist reich davon." Jetzt folgt ihr aktueller Band "Am Horizont kein Zeichen" (edition lichtung). In ihm beschreibt sie Beziehungen zwischen Liebenden und Familienmitgliedern. Die Erzählungen handeln von Menschen, die sich sprachlos gegenüber stehen, sich nichts mehr zu sagen haben, ihre eigenen Wege gehen. Oder Menschen, die sich wieder einander annähern.

Hoffnung und Sehnsucht

In unterschiedlichen Ländern suchen Menschen nach einem Traum, einer alten Gewohnheit, einer verlorenen Liebe. Wie die Parabel "Sieben Leben", in der die Bettlerin Isabell sich an die sieben Jahre mit ihrem Weggefährten Carlos erinnert. Oder die trauernde Mutter, die stark sein muss für ihren Sohn oder die aussichtslose Romanze zwischen Carmen und Marcello.

Immer fühlt sich Marianne Ach in das Seelenleben, das Empfinden, die Wahrnehmungen der Protagonisten hinein, beschreibt die Beziehungen, Verflechtungen, Emotionen zugleich zurückhaltend wie bedrängend intensiv. Man glaubt, teilzuhaben an Stimmungen, kleinen Erlebnissen, subtilen Vorgängen. Vielfach findet sich der Leser in den Personen, kann sich einfühlen, sucht und entdeckt seine eigenen Hoffnungen und Sehnsüchte.

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Am Sonntag, 14. Dezember, hat der Kunstverein Weiden (Ledererstraße 6) von 14 bis 18 Uhr "Tag der offenen Tür". Um 16 Uhr liest Marianne Ach dort aus ihren Werken.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.marianne-ach.de
Weitere Beiträge zu den Themen: Magazin (11335)12-2014 (6638)
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